magneto-optical-technology Allgemeines über die MO-Technologie

Die Magneto-optische (MO-) Technologie stellt eine Kombination aus optischen, thermischen und magnetischen Verfahren dar. Während des Schreibvorganges erhitzt ein starker Laser die aus einer Terbium-Eisen-Kobalt -Legierung bestehende magneto-optische Schicht der Disk lokal auf die spezifische Curie-Temperatur (etwa 200° C). Erst ab dieser Temperatur können die Elementarmagnete der Legierung neu ausgerichtet werden. Dazu dient ein externes Magnetfeld, das in bestimmten Bereichen genau im Moment der höchsten Temperatur die Elementarmagnete in die gewünschte Richtung dreht. Derselbe Laser dient - mit reduzierter Leistung - zum Lesen der gespeicherten Informationen. Mit Hilfe des sog. Kerr-Effektes ist das Laufwerk in der Lage, die unterschiedlichen magnetischen Polaritäten zu erkennen und diese Informationen in "1"oder "0" Datenbit umzuwandeln (im Prinzip wie eine CD).

Zum Aufzeichnen neuer Informationen muss ein Löschdurchgang durchgeführt werden, in dem jedes Bit auf "0" gestellt wird. Im zweiten Durchlauf wird die neue Information aufgezeichnet (die "Einsen" werden geschrieben) und im dritten erfolgt die Verifikation der neuen Daten. Durch ständige Umpolung des Magnetfeldes ließen sich zwar alle Daten in einem Durchgang schreiben (wie bei MiniDiscs), jedoch ist dies durch die im Vergleich dazu höhere Schreibgeschwindigkeit nicht praktikabel. Die hohen Umpolungsfrequenzen würden in Verbindung mit dem relativ großen Abstand zwischen Magnetspule und Datenträger zu starken Induktionseffekten führen.

Auf Verify kann man heute im allgemeinen verzichten - ich persönlich hatte noch keine Probleme - bei kritischen Daten ist es jedoch sehr empfohlen.

Mit der sogenannten  LIM-DOW - Technologie ist es heute möglich die Daten in einem Durchgang zu schreiben (zzgl Verify). Damit relativiert sich einer der größten Nachteile der MO-Technologie. Als Plattenersatz sind die Laufwerke trotzdem nur eingeschränkt verwendbar

Der größte Vorteil dieser Technik ist jedoch die  Datensicherheit.


3,5"MO Medien und Laufwerke

3,5" MO Disks sehen fast aus wie Floppy Disks, sind genauso einfach zu bedienen und passen in den gleichen Einschub wie Diskettenlaufwerke.  Die entsprechenden Laufwerke gibt es u.a. von Fujitsu, Olympus und Philips in Ausführungen für SCSI, Atapi sowie den Parallelport (mittlerweile sogar bei Mediamarkt, Saturn... - $$$). Wer soviel Geld nicht hat, sollte sein Laufwerk im Versand bestellen - die Ersparnis beträgt ein Vielfaches der Versandkosten. Bei dieser Gelegenheit sollte man auch gleich an ein paar Medien denken. Die normalen 640er gibt es mittlerweile für unter 20,-DM - in Berlin gibt es doch tatsächlich noch Händler, die dafür ca. 80,-DM (!!!) verlangen - "normal" sind hier 30,-DM.

Da es im Gegensatz zu Zip-Disketten viele verschiedene Hersteller gibt, ist die Preisentwicklung bei Mo Disks sehr erfreulich. Dafür sind die Laufwerke etwas teurer, da sie sich nicht über die Medien subventionieren lassen. Leider schaut man als User als erstes auf den Gerätepreis(siehe Tintenstrahler).

3,5" MO Disks haben eine Speicherkapazität von 128, 230, 540 und 640 MB, neuerdings sogar 1,3 GB, was sich positiv auf die Preisentwicklung bei den "kleineren" Laufwerken auswirken dürfte. Die Datentransferrate liegt zwischen 2,5 - 5MB/s; die Datenzugriffszeit  ibeträgt 20 - 40 ms.

5.25" Laufwerke bieten zwar Kapazitäten von bis zu 5.2 GB, sind jedoch für den Hausgebrauch noch viel zu teuer. Im Gegensatz zu 3,5" Laufwerken sind sie auch noch nicht so verbreitet (man soll es nicht glauben - aber es gibt wirklich Leute - außer mir - die im Besitz eines MO - Laufwerks sind) - und als reine Backup-Laufwerke sowieso viel zu schade.

LIM-DOW

Bislang hatten MO's im Vergleich zu magnetischen Wechselplatten eine langsamere Schreibrate, da in einem zusätzlichen Zyklus zunächst alle Informationen gelöscht werden mussten, bevor neue Daten aufgezeichnet werden konnten. Mit der LIM-DOW Aufzeichnungsmethode (Light Intensity Modulation - Direct Overwrite) werden neue Daten in einem einzigen Lösch-/Schreibdurchgang über die bestehenden Daten geschrieben, ohne dass die ursprünglichen Informationen vorher in einem separaten Löschdurchgang entfernt werden müssen. Dies bewirkt eine enorme Steigerung der Schreibtransferrate, die nunmehr mit der Lesegeschwindigkeit annähernd gleichzieht.

LIM-DOW Laufwerke sind abwärtskompatibel zur ISO-Norm und können daher auch bestehende MO-Disks lesen und beschreiben.

Datensicherheit

Bei allen magnetischen Datenträgern - Diskette, Festplatte, Wechsel- festplatte und Band - können Daten durch extreme Umwelteinflüsse und vor allem durch Magnetfelder leicht verlorengehen oder beschädigt werden. Da zum Beschreiben sowohl hohe Temperaturen als auch ein Magnetfeld vorhanden sein müssen, sind die Daten auf einer MO hervorragend gegen äußere  Einflüsse geschützt, der Verlust der Daten ist praktisch nicht möglich. Selbst eine Tasse (heißer!!!) Kaffee stellt keine Bedrohung der Daten dar. Vorsichtig gereinigt sollte die Disc zumindest noch problemlos lesbar sein.

Auch mechanisch haben MO-Laufwerke Vorteile gegenüber herkömmlichen Massenspeichern wie Festplatten, da zum Beispiel sogenannte Kopfaufsetzer (der berüchtigte "Headcrash") und andere mit dem Schreib-Lese-Kopf zusammenhängende Verschleißprobleme nicht existieren: Der Laser arbeitet ohne direkten mechanischen Kontakt zum Speichermedium. Nur die Lebensdauer des Lasers limitiert noch die Haltbarkeit optischer Laufwerke. (nicht jedoch der Medien)

Spätestens wenn das Laufwerk aus einer Disc eine "Schallplatte" macht, fällt einem die Entscheidung für ein MO-Laufwerk sehr leicht (siehe c't 26/98 S.60 - scheint also nicht nur mir zu passieren)

Von der Lebensdauer her sind Discs den magnetischen Speichermedien überlegen. Die Hersteller gehen von einer Lebensdauer der Daten zwischen 30 und 50 Jahren aus, wenn die MO´s bei 25° Celsius gelagert werden. Auch im täglichen Einsatz sind sie härter im Nehmen: Eine MO lässt sich laut Hersteller durchschnittlich 10 Millionen Mal beschreiben und 100 Millionen Mal lesen. Wenn das Laufwerk es zuließe, könnte man das Medium also bei 2 Schreibvorgängen je Sektor und Minute  fast 10 Jahre im Dauerbetrieb beschreiben lassen.
Zum Vergleich: Bei rein optischen Laufwerken wie z.B. PD, CD-RW, DVD-RAM, DVD-RW(???) sind technologisch ca. 10000 Überschreibvorgänge realistisch. Die Hersteller spezifizieren gar nur 1000!

Aber Achtung: Lebensdauer heißt im technisch-juristischen Sprachgebrauch - zu dem genannten Zeitpunkt sind bereits 50 Prozent des spezifizierten Produktes unbrauchbar. Es handelt sich keineswegs um eine Funktionsgarantie, bietet aber immerhin einen Anhaltspunkt für die Zuverlässigkeit eines Produktes. Ein Medium kann also auch bereits am zweiten Tag seinen Dienst versagen, oder aber auch einhundert Jahre einwandfrei laufen. Bei den Schreib-/Lesevorgängen wiederum handelt es sich um eine Garantie - so weit es zu beurteilen ist aber ein Mittel über die gesamte Disk. Obige Zahlenspiele sind im Übrigen Spielereien im wortwörtlichen Sinne. Der Zufall hat wie immer seine Finger im Spiel - mit mehreren Backup-Disks ist man aber wie immer auf der sicheren Seite.

Quelle: Fujitsu, Euronet.nl, c't

A never ending Story

Patch für Linux 2.0.36 - Unterstützung für MO-Laufwerke mit 2048 bytes/sector, jedoch nur für ext2 und fat-basierende Filesysteme Kernel 2.2 bringt alles notwendige von Hause aus mit
Patch für Linux 2.4 - Es war zu schön, um wahr zu sein - neuer Kernel - (fast) altes Problem - zumindest fat-basierende Dateisysteme laufen nicht mit 2048 bytes/sector - der Patch ist ziemlich übel [aus den 2.2er Quellen] - immerhin leistet er das verlangte...


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