Identifikation von Wissensträgern in Unternehmen: Social Network Analysis

Dozent: Bertolt Meyer
Referenten: Olga Kunina, Marko Pilop & Henryk Plötz

9. November 2004

Seminar Wissensmanagement & Wissensprozesse in Organisationen
Lehrstuhl Organisations- & Sozialpsychologie, Humboldt-Universität zu Berlin

Überblick

  1. Einleitung
  2. Grundbegriffe
    • Netzwerk
    • Analyseebenen
    • Merkmalstypen
  3. Datenerhebung
    • Erhebungsmethoden
    • Methoden der Stichprobenauswahl
    • Nominalistischer vs. realistischer Ansatz
  4. Einfache Analyseverfahren
    • Soziogramme und Matrizen
    • Kennzahlen in ungerichteten Graphen
    • Kennzahlen in gerichteten Graphen
  5. Beispiel
  6. Fazit

Einleitung: Was wollen wir?

Einleitung: Warum machen wir das?

Grundbegriffe: Netzwerk

Grundbegriffe: Netzwerk (Beispiel)

Grundbegriffe: Relationen

Grundbegriffe: Analyseebenen

  1. Die Dyade
  2. Die Triade
  3. (Das Ego-zentrierte Netzwerk)
  4. Gruppen innerhalb von Netzwerken
  5. Gesamtnetzwerke

Die Dyade

Die Triade

Gruppen innerhalb von Netzwerken

Gesamtnetzwerke

Grundbegriffe: Merkmalstypen

  1. Merkmale von Individuen
  2. Merkmale von Kollektiven

Merkmale von Individuen

Absolute Merkmale
  • Konstant in verschiedenen Kontexten (z.B. Geschlecht)
Relationale Merkmale
  • Kennzeichnen Beziehung eines Elements zu einem anderen Element
  • Merkmale sind Eigenschaften von Paaren (z.B. Schulfreunde)
Komparative Merkmale
  • Vergleich der Merkmalsausprägung eines Elementes mit analogen Merkmal des Kollektivs
  • setzt klare Abgrenzung des Kollektivs voraus
  • untersucht Stellung einer Person im Kollektiv
Kontextuelle Merkmale
  • Kontext
    = Eigenschaften des Kollektivs
  • Für alle Elemente gleich (z.B. Bürger eines Landes das...)

Merkmale von Kollektiven

Analytische Merkmale
  • lassen sich rechnerisch aus absoluten Merkmalen der Kollektivmitglieder gewinnen
  • z.B. mittels deskriptiver Statistik (Mittelwerte, Streuung, Korrelation)
Strukturelle Merkmale
  • lassen sich rechnerisch aus den relativen Merkmalen der Kollektivmitglieder gewinnen
  • z.B. Dichte eines Freundschaftsnetzwerkes
Globale Merkmale
  • Nicht auf die Merkmale der Mitglieder zurückführbar
  • z.B. Gebietsgröße eines Wahlkreises

Erhebungsmethoden

Methoden zur Stichprobenwahl

Welche individuelle Akteure (Personen) bzw. kooperative Akteure (Verbände, Unternehmen) sollen befragt werden?
→ Nominalistischer vs. realistischer Ansatz

Nominalistisch
  • Trennmerkmal wird theoretisch begründet (z.B. geografische Grenzen)
  • Positionsmethode: Akteure, die best. Rechte aufgrund ihrer institutionellen Position haben, werden betrachtet
  • Netzwerkakteure empfinden sich nicht unbedingt als Gruppe
Realistisch
Setzen an der Wahrnehmung oder Verhalten der Akteure an
Wer dazugehört bzw. als dazugehörig betrachtet wird, gehört zum Netzwerk
z. B. Einladungslisten, Teilnahme an relevanten Ereignissen
Schneeballverfahren als eine besondere realistische Methode der Stichprobenziehung

Realistische Auswahl

Vorgehensweise

  1. Welche Akteure sollen befragt werden?
  2. Welche Relation(en) soll(en) erfasst werden (z. B. Informations-, Ressourcenaustausch, affektive Beziehungen, Mitgliedschaften, konkrete Interaktionen)
  3. Form der Relation(en): gerichtet vs. nicht gerichtet
  4. Vorgabe von vollständiger Akteurliste oder freie Abfrage der Beziehungspersonen?
  5. Antwortformat als free choice oder fixed choice?
  6. Bewertung der Relationsintensität: dichotom oder Ratingskala?

Soziogramme

Matrizen

Beispiel: Befragung von 4 Mitarbeiterinnen Verbringen Sie Ihre Freizeit mit … (1=ja / 0=nein)

Eleanor Brenda Flora Olivia
Eleanor 0 1 1 0
Brenda 1 0 0 1
Flora 1 0 0 1
Olivia 0 1 1 0

Kennzahlen in ungerichteten Soziogrammen

Degree of connection

Beispiel

Kennzahlen in ungerichteten Soziogrammen

Dichte

Beispiel

Kennzahlen in ungerichteten Soziogrammen

Pfad

Kennzahlen in ungerichteten Soziogrammen

Zyklus (Kreis)

Beispiel

Kennzahlen in gerichteten Soziogrammen

Degree of connection

Kohäsion

Pfade

Beispiel

Betrachtung der gesamten Soziogramme

Ein hausgemachtes Beispiel

Soziograph der Seminargruppe
  • 40 Akteure
  • 94 Beziehungen
  • Maximale Pfadlänge: 11

780 mögliche Dyaden, davon 94 realisiert: 12% der möglichen Beziehungen tauchen auf

Beispiel – Cutpoints

Soziograph der Seminargruppe mit markierten Cutpoints

Beispiel – Gefärbt

Beispiel – 5er-Cliquen

Soziograph der Seminargruppe mit markierten 5er-Cliquen

Beispiel – 4er-Cliquen

Soziograph der Seminargruppe mit markierten 4er-Cliquen

Beispiel – Degree

Soziograph der Seminargruppe mit farbcodiertem Degree