Marcus
Richter Berlin, 25.11.98
Psychologische Schulen und Konsequenzen für
angewandte Fragestellungen
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Einführung
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Von Grundpositionen, Paradigmen, Orthodoxen und Eklektikern
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Schulen oft geprägt von einzelnen Persönlichkeiten
die eine bestimmte Grundposition (Paradigma à
Muster) einnehmen
und Leuten die das Paradigma übernehmen (orthodox)
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heutzutage halten sich die wenigsten streng an ein einziges
Muster, jeder pickt sich das heraus was ihm in den Kram paßt
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Arnold Lazarus prägte den Begriff des "technischen Eklektizismus":
Es geht in erster Linie darum dem Patienten zu helfen, man kann es sich
nicht leisten, auf effektive Therapien zu verzichten, nur weil sie bestimmten
lerntheoretischen Erklärungen widersprächen.
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Es entstehen Techniken deren theoretischer Hintergrund oftmals
im Dunkel bleibt, z. B. Kognitive Verhaltenstherapie à
"gegrillter Schneeball"
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Die drei wichtigsten Schulen
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sind: Behaviorismus, Tiefenpsychologie, Kognitivismus
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Behaviorismus
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Geschichte & berühmte Vertreter
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John Broadus Watson (1878 1958) experimentelle Demonstrationen
und grundsätzliche, provokative Äußerungen
(wie, er könne aus einem Baby alles machen, ca. 1913)
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Clark L. Hull (1884 - 1952) versuchte das Verhalten durch
formalisierte Gesetze zu beschreiben
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Burrhus F. Skinner (1904 1990) Experimente (Skinner Box:
Käfig in dem durch betätigen eines Kontaktes Futter
und Wasser bereitgestellt werden.)
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Iwan P. Pawlow (1849 1936) klassisches Konditionieren
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erkenntnistheoretische (nicht psychologische) Prinzipien
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Operational definierbar in der Psychologie:
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Reaktion von Lebewesen
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situative und organismische Reize vor und während der
Reaktion
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die der Reaktion folgende Änderung der situativen und
organismischen Reize
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Objektivität von Beobachtungen
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Eine wissenschaftliche Theorie ist die Beschreibung der Realität
anhand von Beobachtungsprotokollen.
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nicht der Mensch ist Forschungsgegenstand, sondern seine
Reaktionen auf die Reize seiner Umwelt, es werden Reiz-Reaktions-Beziehungen
und Reiz-Folge-Beziehungen untersucht
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Konditionieren: Beziehung zwischen Reaktion und vorangegangenen
Bedingungen
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Verstärkung: Förderung bzw. Unterbindung von Verhalten
durch deren Konsequenzen
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Untersuchung: Untersuchung verschiedener Verstärker
und deren Wirkung in Abhängigkeit von ihrer Menge, Häufigkeit
und zeitlichen Abfolge à Tierversuche
unumgänglich
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Behandlung: keine Ursachensuche, sondern Abbau von Fehlverhalten
durch Lernen und Lernen durch den richtigen Verstärker, z. B. Verhaltenstherapie:
Vertragstechnik: Klienten treffen quasi-formelle Vereinbarungen über
ihr zukünftiges Verhalten, der Vertrag enthält auch Sanktionen
bei Nichteinhaltung dieser Vereinbarung
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Pawlow demonstrierte durch seine (bekannten) Experimente
das Prinzip der klassischen Konditionierung: das Erlernen neuer Auslösebedingungen
für vorhandene Verhaltensweisen
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Speichelreflex bei Glockenton
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Reaktionen sind stets physiologische Reflexe à
Ursache dafür ist die materialistische Philosophie die der Reflexologie
zugrundeliegt und nur die Existenz von organischer und anorganischer Materie
anerkennt
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daher keine Untersuchung von Wahrnehmungs-, Denk- und Gefühlserlebnissen
à nur der höheren Nerventätigkeit
um dadurch Rückschlüsse auf die Hirntätigkeit ziehen zu
können
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löste seit den 30er Jahren den orthodoxen Behaviorismus
ab
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es wurden innere "Zuständlichkeiten" angenommen: Triebe,
Bedürfnisse und Gewohnheiten, von Bewußtsein ist nach wie vor
nicht die Rede, es muß immer noch alles meßbar sein: Triebstärke
ist definiert als die Anzahl von Stunden die ein Tier gehungert hat
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"Ich bin aufgeregt" = "Meine Zellen weisen bestimmte Veränderungen
der elektrischen Potentialdifferenzen auf."
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später auch "Erwartung" : der Hund speichelt, weil er
Futter erwartet und nicht als Reflex
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seit den 60ern gibt es keine einheitliche Theorierichtung
"Behaviorismus" mehr, es überwiegen integrative Ansätze, wie
z. B. Banduras "soziales Lernen"
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Behaviorismus in Entwicklungs-,
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da es keine inneren Faktoren gibt, wird die Idee einer kontinuierlichen
Entwicklung abgelehnt, da die Natur von Lernprozessen immer gleich ist,
gibt es keine Unterschiede zwischen den Altersstufen
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menschliche Entwicklung = Folge aufeinander aufbauender Lernprozesse
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theoretische, behavioristische Beiträge zur E.psychologie
sind eher selten: Mees und Fieguth (1977): Studie über aggressives
Verhalten (Untersuchung von Entstehungsbedingungen von Aggressivität
bei Kindern)
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individuelle Unterschiede sind durch eine unterschiedliche
Lerngeschichte bedingt
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Untersuchungen zielen auf Unterschiede in der Entwicklung
à Lernfähigkeit
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Partnerschaften und Gruppenbildung funktionieren nach dem
Verstärkerprinzip: es schließen sich immer die Personen zusammen,
die gemeinsam belohnt werden, siehe Lott und Lott (1965)
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Kinder nennen Spielpartner die zum Zeitpunkt der Belohnung
anwesend sind
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Damit lassen sich Affiliation (Anschluß an andere),
Kooperation (Zusammenwirken im Dienste eines gemeinsamen Zieles), der altruistischen
Unterstützung, der kämpferischen Auseinandersetzung und der sprachlichen
Verständigung erklären
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Tiefenpsychologie
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Geschichte & berühmte Vertreter
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Geschichte der Tiefenpsychologie ist hauptsächlich die
Geschichte Freuds und seiner Schüler
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Sigmund Freud (1856 1939) Begründer der Psychoanalyse
(etwa um 1900)
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Behandlung der "Anna O." (=Berta von Pappenheim) Freud und
Breuer dokumentieren die Therapie (paralysierte Gliedmaßen, Krämpfe,
Tendenz zur Schizophrenie) sehr ausführlich (Studien zur Hysterie
1895, der Begriff Psychoanalyse fällt zum ersten Mal, Rückführung
auf Quelle der Störungen durch Hypnose) und dieser Fall ist für
Freud eine wichtige Erkenntnisquelle, in Wirklichkeit wurde Anna O. nie
geheilt
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1900 "Traumdeutung" erstes umfassendes Werk, die Grundlage
für
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Alfred Adler (1870 1937) Begründer der Individualpsychologie
(ab 1911)
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Carl Gustav Jung (1875 1961) Analytische Psychologie &
Ergründung der Symbole des Unbewußten (1912 "Symbole des Unbewußten"),
wird 1913 von Freud böse angegriffen, Jung polemisiert im 3. Reich
rassistisch gegen Jung
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1912 "Komitee" Gruppe der Ringträger (griechische Gemme
von Freud) erst 5 später 6 Leute die Freud entlasteten und abschirmten
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Das Prinzip des Unbewußten: dem Bewußtsein vorgelagerter
Bereich, von dem der Betroffene keine Kenntnis hat
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Das Ich Prinzip: Ausgliederung der Ich Instanz, in der
die Funktionen des realistischen Erkennens und des vernunftgeleiteten Handelns
liegen
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Das Libido Prinzip: Alle psychische Tätigkeit bedarf
psychischer Energie à der Libido (Eros
und Thanatos). Libido drängt auf Triebbefriedigung, die teilweise
vom Ich verschafft werden kann und teilweise unbefriedigt zurückbleibt.
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Das Prinzip der Verdrängung: Das Ich verdrängt
nicht befriedigte Triebe in das unbewußte, wenn es zu erkennen vermag,
daß eine spontane Triebbefriedung eine längerfristige Befriedigung
verhindern könnte. z. B. Unterdrückung eines aggressiven Impulses
um eine (befriedigende) Partnerschaft nicht zu zerstören
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Das Prinzip der Gegenverdrängung: Verdrängte Triebe
agieren im Unterbewußtsein weiter und tauchen z. B. als Symbole in
Träumen auf oder verändern das rationale, realitätsgerechte
Verhalten des Betroffenen in neurotisches, irrationales Verhalten
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Das Prinzip der frühkindlichen Fixierung: Durch die
ersten schweren Konflikte während der frühkindlichen Sozialisation
erfährt der Mensch schwere seelische Wunden à
Traumata. Mit dem ersten Trauma beginnt die Verdrängungsgeschichte.
Diese frühen Verdrängungen bilden den Kern des Unbewußten.
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Untersuchung: Aufklärung der verdrängten Triebe
im Unbewußten, anhand der Interpretation von Symbolen, die durch
Traumdeutung, Befragung, Assoziationen oder projektive Methoden gewonnen
werden (mit diesen Mitteln wird die Wachsamkeit des Klienten und damit
seine Verdrängungsmechanismen außer Kraft gesetzt)
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Behandlung: die verdrängten Triebe werden diagnostiziert
à damit ist ein Großteil der
Therapie geleistet, dazu müssen die gefundenen Erklärungen vom
Patienten akzeptiert werden, dazu werden in Gesprächen oder Rollenspiele
die alten Konflikte noch einmal aufgearbeitet
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ist die reine, unverfälschte Lehre Freuds
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die oben genannten Methoden sind hauptsächlich die der
Psychoanalyse
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ES, ICH und ÜBER ICH
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begründet von C. G. Jung
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sehr große Bedeutung des Unbewußten
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Teilung des Unbewußten in persönliches und kollektives
Unterbewußtsein
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Ziel der Psychotherapie ist nicht die symptombezogene Heilung,
sondern die Selbstverwirklichung
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begründet von Alfred Adler
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Zentralmotiv des Menschen ist Macht, dieses Bedürfnis
entspringt der Erfahrung von Ohnmacht und Unterlegenheit à
Menschen leiden im allgemeinen unter einem Minderwertigkeitskomplex
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einen Minderwert erfährt der Betroffenene zuerst an
seinem betroffenen Organ à diese Schwäche
ist die Grundlage für das Machtstreben, da Macht als Kompensation
gilt
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Adler untersuchte besonders Menschen mit Geburtsfehlern:
Kleinwüchsige, Stotterer und ähnliche, die unter Spott aufwuchsen,
da er unter ihnen besonders viele Künstler, Wissenschaftler und Politiker
zu finden hoffte, die hervorragende Leistungen vollbracht haben (à
als Kompensation)
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Überkompensation führt zu neurotischen Störungen
und sozialer Rücksichtslosigkeit
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Tiefenpsychologie in Entwicklungs-,
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Kindheit prägt das gesamte restliche Leben
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Entwicklung ist die Geschichte des Konflikts zwischen antisozialen
Trieben und Zwängen der Zivilisation
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Entwicklungsphasen:
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bis 1½ Jahr/Orale Phase/Befriedigung durch Berührung
und Manipulation von Objekten, besonders mit dem Mund
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bis 3. Jahr/Anale Phase/Befriedigung durch Beherrschung der
Körperfunktionen
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bis 5. Jahr/Phallische oder Urethale Phase/Befriedigung durch
Berührung der Sexualorgane und durch Kontrolle der Harnausscheidung
(Zeit des Ödipus- bzw. Elektrakomplexes)
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5. Jahr/Ruhen der Sexualentwicklung bis zur Pubertät
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ab Pubertät/genitale Phase/Befriedigung durch "Familiengründung
und produktive Arbeit"
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Tiefenpsychologie begründet (wie auch der Kognitivismus)
unterschiedliche Persönlichkeiten auf unterschiedliche Entwicklungsgeschichten
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Entwicklungsunterschiede in der Kindheit sind maßgeblich
verantwortlich für unterschiedliche Persönlichkeiten
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Persönlichkeiten können typisiert werden (Definitionen
z. B. des analen oder urethalen Charakters) à
Beziehung zur jeweiligen kindlichen Entwicklungsphase
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soziales Verhalten ist aus der Dynamik von Familienkonstellationen
abzuleiten (z. B. Konfrontation des Kindes mit dem gegengeschlechtlichen
Elternteil während der genitalen Phase und daraus resultierende Angst
und Schuldgefühle führen zu Hörigkeit gegenüber Autoritäten)
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Kognitivismus
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Geschichte & berühmte Vertreter
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Kognitivismus nicht fest bestehende Schule, sondern Oberbegriff
für eine Reihe von psychologischen Ansätzen, zur Geschichte später
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"kognitive Wende" in den sechziger Jahren, Kognitivismus
ist jedoch viel älter
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der moderne Kognitivismus ist die Antwort auf den Behaviorismus
und die Anknüpfung an den Kognitivismus um die Jahrhundertwende (Wilhelm
Wundt, Bewußtsein als Strom, Introspektion)
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Die Wurzeln des K. liegen in der Philosophie des Rationalismus:
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Die Welt ist nach logischen und mathematischen Prinzipien
aufgebaut.
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Das menschliche Handeln wird durch die Vernunft bestimmt.
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Das Prinzip der Erkenntnis: Kern der Psyche ist die Kognition
(Erkenntnis). Im Erkennen entsteht Welteinsicht und Selbstbild immer wieder
aufs Neue (Welteinsicht und Selbsterkenntnis).
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Das Prinzip der Bewußtheit: Erkennen vollzieht sich
grundsätzlich durch und im Bewußtsein.
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Das Prinzip der kognitiven Ordnung: wichtig ist nicht die
Kenntnisnahme, sondern die Einsicht in strukturelle und funktionale Zusammenhänge.
Aufgrund von Einsicht kommt es zu Erwartungen.
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Das Prinzip des einsichtigen Handelns: Durch Einsicht und
Erwartung kommt es zu Nützlichkeitserwägungen und Erfolgserwartungen.
à Dadurch resultiert der Grundsatz
der menschlichen Entscheidungsfreiheit: Der Mensch ist grundsätzlich
frei, einsichtig und zur Selbsterkenntnis fähig.
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Das Prinzip der Selbstverantwortung und Selbstregulation:
Durch den Grundsatz wird der Mensch zum Gestalter seines Schicksals und
der eigenen Persönlichkeit.
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Kognitivisten wollen sich nicht von ihren Klienten abheben
und haben großen Respekt vor der Fähigkeit zur Selbsterkenntnis
und Selbstbestimmung. Im Kognitivismus findet die "naive" oder Alltagspsychologie
starke Berücksichtigung.
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Untersuchung: Diagnostiker versetzen sich durch beschreibende
Methoden (Interviews/Analyse von Kliententexten/Puppenspiel/zeichnerische
Darstellung) in Sichtweise ihrer Klienten
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Behandlung: Ziel einer Therapie ist es dem Klienten Einsicht
über seine derzeitige Situation zu geben und ihm mögliche Lösungen
und Hilfestellungen dafür aufzuzeigen. Das erfolgt in einer Gesprächs-
und Beratungssituation oder durch das Vorführen von Vorbildern (Film/Rollenspiel)
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Es gibt direktive und nichtdirektive (klientenzentrierte)
Therapieformen. Bei letzteren hält sich der Therapeut stark zurück
und bestärkt den Klienten, selbständig Einschätzungen und
Lösungen zu entwickeln.
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Humanistische Psychologie,
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wurde 1962 in den Vereinigten Staaten gegründet (Schönpflug
S. 40)
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1964 gilt als Durchbruchsjahr für die Humanistische
Psychologie
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1970 wird in Amerika das Humanistic Psychology Institute
gegründet
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sowohl psychologisch als auch gesellschaftspolitisch tätig
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wird manchmal als eigenständige Schule genannt und ist
so etwas wie der praktische Arm des Kognitivismus
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Carl R. Rogers (1902-1987), Begründer der klientenzentrierten
Therapie, Verfechter des Bildes vom autonomen, "guten" Menschen
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Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht die erlebende Person
alles andere (theoretische Erklärungen, sichtbares Verhalten)
ist zweitrangig
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gewissermaßen das Antithema zum Behaviorismus, eine
"mechanistische und reduktionistische Auffassung des Menschen" wird abgelehnt
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"gegründet" 1912 von Max Wertheimer (1880 1943), zusammen
mit Wolfgang Köhler (1887 1967) und Kurt Koffka (1880 1941) (andere
Quellen nennen 1890 "Über Gestaltqualitäten" von Christian von
Ehrenfels)
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wird in vielen Büchern als eigenständige Schule
behandelt
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Kritik an bisheriger experimenteller Psychologie: Erlebnisse,
die qualitative Ganzheiten sind, werden in Element aufgelöst und verlieren
damit ihren spezifischen Charakter
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Kognition besitzt Eigenständigkeit und Gestaltungskraft
à einzelne sensorische Daten werden
zu Gestalten zusammengefügt
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Gestaltprinzipien: Nähe, Ähnlichkeit, Geschlossenheit
und Prägnanz
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Kognitivismus in Entwicklungs-
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Beschäftigung hauptsächlich mit der Entwicklung
der Erkenntnisfunktion und der Motivation über die Lebensspanne hinweg
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verschiedene kognitive Funktionen und Strukturen entwickeln
sich größtenteils logisch zwingend und einer bestimmten Reihenfolge
(ganz im Gegensatz zu den Behavioristen !!)
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Entwicklung ist sie ständige Anpassung des Welt- und
Selbstbildnisses an die Wirklichkeit durch die Revidierung ungenauer oder
unangemessener Vorstellungen
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Piagets Entwicklungsschema:
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sensumotorisches Stadium / bis 2. Jahr
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vom reflexgebundenen Handeln zu rudimentären Denkprozessen
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präoperationales Stadium / bis 7. Jahr
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Entfaltung von Sprache, Objekte der Außenwenwelt können
durch Sprache repräsentiert werden, Zahlensystem
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Stadium der konkreten Denkoperationen / bis 11. Jahr
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Fähigkeit Ereignisse von unterschiedlichen Standpunkten
zu sehen, Gegenstände gewinnen nicht an Substanz nur weil sich Form
und Farbe ändern
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Stadium der formalen Denkoperationen / ab 11. Jahr - ?
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systematische Analyse, Erforschung und Lösung von Problemen
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Stadium der dialektischen Operationen (Klaus Riegal)
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nicht nur Lösen komplizierter Probleme, sondern auch
Erzeugen derselben
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unterschiedliche Persönlichkeiten und Verhaltensweisen
werden durch ein verschiedenes Welt- und Selbstbild bedingt
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die Individualität jeder einzelnen Person wird von Kognitivisten
sehr betont
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verantwortlich für soziale Einstellungen und soziales
Verhalten sind Gruppenbewußtsein und das Rollenbewußtsein des
Einzelnen
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sehr wichtig ist der Begriff der kognitiven Konsistenz: Übereinstimmung
zwischen Werterhaltungen, sozialen Beziehungen, Wahrnehmungen und Handlungen
à der Mensch strebt nach Erhaltung
dieser Konsistenz
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nach der Aufwertung der naiven Psychologie finden zunehmend
Probleme Beachtung die Menschen im Alltag bewegen (z. B. soziale Regeln
(Sitzplätze) der die Beschaffenheit von Vorurteilen
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Der Fall Jan und die Lösungsansätze der unterschiedlichen
Schulen
Ein Jugendlicher namens Jan reißt von zu Hause
aus, nicht ohne vorher zwei seiner Mitschüler um Geld zu erleichtern.
Nachdem der Junge gefunden wurde, wird er zum Psychologen geschafft.
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Wie werden die Psychologen mit Jan verfahren?
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Welche Hintergründe sind für welche Richtungen
interessant?
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Welche Therapie werden angewendet und welche sind eurer Meinung
nach überhaupt sinnvoll?
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Quellennachweis
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Schönpflug/Schönpflug (1995) Psychologie,
3. Auflage, Psychologie Verlags Union
-
Bourne/Ekstrand (1992) Einführung in die Psychologie,
1. Auflage, Verlag Dietmar Klotz
-
Jürgen Kriz (1989) Grundkonzepte der Psychotherapie,
2. Auflage, Psychologie Verlags Union
-
Dieter Ulich (1989) Einführung in die Psychologie,
1. Auflage, Verlag W. Kohlhammer
-
Wilhelm Hehlmann (1963) Geschichte der Psychologie,
1. Auflage, Alfred Kröner Verlag
-
M. H. Marx & W. A. Hillix (1979), systems and theories
in psychology, 3rd Edition, McGraw-Hill Book Company
-
A.G. Reynolds & P.W. Flagg (1977), cognitive psychology,
1st Edition, Winthrop Publishers, Inc.
-
Atkinson, Atkinson, Smith & Bem (1990), introduction
to psychology, 10th Edition, Harcourt Brace Jovanovich,
Inc.
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Marcos Emanoel Pereira (1998), history of the psychology,
http://www.geocities.com/Athens/Delphi/6061/en_linha.htm
Natalie Spiller (1998), Carl Rogers and Rogerian Argument, http://www.southwestern.cc.or.us/wr122rs/rogers/history1.htm
-
Grafiken zur Gestaltherapie: http://www.illusionworks.com
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Natalie Spiller (1998), Carl Rogers and Rogerian Argument,
http://www.southwestern.cc.or.us/wr122rs/rogers/history1.htm
-
R. Sauzier (1998), Carl Ransom Rogers, http://userwww.sfsu.edu/~rsauzier/Rogers.html
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Jeanne M. Slattery (1998), Carl Rogers, http://psy1.clarion.edu/jms/Rogers.html
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Dagmar Pescitelli (1996), An Analysis of Carl Rogers
Theory of Personality, http://www.wynja.com/personality/rogersff.html