Künstler-Bio

Illegal 2001

 

"Köste-Rock Festival 2004" // 12.06.2004 // Neumünster


Bild von ganz hinten Die richtige Nacht. - Und wie richtig die war. Nach den Hooters & Fury in Hamburg also der Zwischenstop in Neumünster, bevor es wieder gen Heimat ging. Durch puren Zufall war im nahegelegenen Neumünster das alljährliche Köste-Rock Festival just an dem Tage angesetzt, an welchem es nur zusätzliche 30 Autominuten bedurfte, um dort zu partizipieren. Mehr als ein Zufall? Vielleicht sogar ein Wink des Schicksals? Denn die Wahrscheinlichkeit für Hooters + Illegal 2001 existierte ja eigentlich gar nicht. (Die Umkehrung von Murphys Gesetz?) Anyway.
Zum 10jährigen Jubiläum ließen sich die Veranstalter nicht lumpen und suchten sich einen besonderen Topact als Headliner. Wie schon 1999 konnte man Illegal 2001 verpflichten, das Finale am Samstagabend zu absolvieren. Und da die Band derzeit ja nur ca. drei Auftritte pro Jahr absolviert, ein absolutes Muss.

23.00 Uhr war angesetzt, so dass es eigentlich rechtzeitig aus Hamburg zu schaffen ist, wenn man 22.00 Uhr losfährt. Tja, aber zum einen war es schon 22.30 und zum anderen war Neumünster schon total überrannt. Das dreitägige Rock-Spektakel ist dort wahrscheinlich das (musikalische) Highlight des Jahres. Dementsprechend war ganz Neumünster und zusätzlich tausende andere Leute des Nachts auf den Beinen und der aufgebaute Mark mit diversen Buden, Ständen und Bühnen in der komplett gesperrten Innenstadt war - kurz vor Mitternacht - belebter als der Ku'damm zur Weihnachtsgeschenkeeinkaufszeit. Oder dem Osterfest. Wie ich auf das Osterfest komme? Nun, als Außenstehender konnte man ja nich unbedingt ahnen, dass das Fest wie ne Fete de la Musique angelegt ist. Das hieß, man fühlte sich wie zu Ostern; man musste suchen, was das Zeug hält, um die gewollte Bühne zu finden. Oder zumindest eine, die einem ansprechende Musik entgegenpeitschte, denn alle Musikrichtungen waren vertreten; über Ska, Reggae, Hiphop und Sauflieder bis hin zu Volksmusik und Metal kamen wir an fast allem vorbei, was es so an Stilrichtungen gibt. Da es also weit über 20 Bühnen gab, die über die ganze Innenstadt verteilt waren, kostete das noch mal Zeit, genau Illegal 2001 zu finden. Aber dann. Dann hörte ich es. Schon von weitem ertönte der Ruf. Der Ruf der Propheten. Sie sagte die Wahrheit. So einfach und doch so wahr: Mädchen sind doof. - 3 Gedanken schossen mir sogleich durch den Kopf: Toll, endlich die richtige Bühne. Scheiße, Show hat schon angefangen. Und ja, sie haben Recht.
noch n Bild Musiktechnisch hab ich mal die Vermutung, dass sie 'wie immer' mit "Astronauten" und dem Countdown angefangen hatten und beschrieben, über welche Straße sie denn angereist sind; also über die "A7 (ich lauf durch jede Wüste)". (Wenn es jemand genau wissen sollte, kann er mir das ja freundlicher Weise mailen.)

Überraschender Weise spielten sie wirklich schon einen neuen Song, der dann bestimmt auch auf dem (hoffentlich bald) erscheinenden neuen Album vertreten sein wird. Sie stellten erneut ihren Wortwitz unter Beweis und karikierten das Lebensmotto mit den Worten: der Trend geht zum Zweitbuch. Da ich noch so von Glücksgefühlen durchflutet war, konnte ich mir den Text zwar nicht merken, aber man merkte eindeutig, dass die qualitative Aussage der Texte während der Pause nicht gelitten hat und die Illegalen immer noch ganz oben mitspielen (weiß jetzt gar nicht, wer es eigentlich mit ihnen aufnehmen kann).
Mit Onanie tauchten sie dann in die tieferen menschlichen Abgründe ab. Nicht nur aufgrund dessen waren sie dann anschließend wieder allein. Aber das auch nur bzgl. des Songtitels, denn die Stimmung war ausgezeichnet und ich konnten bei jedem Lied Leute mitsingen sehen. Da ich dieses Lied aber besonders gelungen finde, war es für mich das erste Highlight des Konzertes und ein weiteres an diesem Super-Rock-Tag. Tja und Fiete spielte "spontan" weiter, was Thomas sofort sprachlos werden ließ. Das folgende (unaufgeforderte) Mitklatschen kam dann als ebenso spontane Reaktion der Fans darauf.
Nun folgte eine nur zu wahre Ansage; nämlich: "nun folgt ein Stück, das wir früher sehr viel gespielt haben, weil wir früher sehr viel gespielt haben. Aber heute spielen wir ja nicht mehr sehr viel und darum genießt es jetzt. Hier kommt alles aus Liebe". Auch ein tolles Lied, was ja leider auf der Doppel-Live-CD fehlt. Nachdem dann alle zu einer Pizza eingeladen wurden, folgte der Song, der nach Thomas' Aussage nie an Bedeutung verlieren wird: sei mein Freund. Wieder mit der obligatorischen Bandvorstellung, wie man es ja schon von dem Live-Album 'gewöhnt' ist. 14 Jahre, 331 Konzerte und 200 Live-Stunden konnt' man die Band schon erleben. Und endlich dann auch ich; also wenn man von dieser harten & gemeinen Realität eingeholt wird, ist's mehr als okay.
Jetzt wurde der kommende Sommeranfang begrüßt und eine interessante Reggae-Variante von ihrer damaligen Grand-Prix-Vorentscheidungsnummer ich weiss es nicht zum besten gegeben. Groovy. Und textlich nicht so tieffliegend wie "Guildo hat euch lieb". Tja, wer kann, der kann und es muss ja nicht immer Klamauk sein.
Nun durfte bzw. musste Chrischie an der Gitarre sich ins Zeug legen, um dann nachher auch gerechtfertigt ne Bratwurst abzubekommen. Also rockte er los und gab ein krachendes Solo, welches dann überraschender Weise in Blinker links mündete. Aber damit nicht genug, denn diese Version war der Hammer. Eine Super-Überraschung, als Thomas dann den Rock'n Roller rausholte und extra seine Vergangenheit aufarbeitete. Er hatte ja schon immer Problemen mit Haaren, aber dann mit der Lederjacke, dem Toupet und der Heldenpose ging es dann. Parolen wurden ausgegeben und dann konnte es losgehen. Blinker links: Volles Rohr! Blinker rechts: uuuhhh! Warnblinker: Rock'n Roll. Das wurde zelebriert und war einfach genial und die 8 Minuten vergingen wie im Fluge. Besser als Thomas gedacht hatte und er war von den Fans ehrlich begeistert und angenehm überrascht. Zur Abkühlung gab er uns jetzt den Sumoringer und erinnerte uns daran, was ich mittlerweile schon wusste: das ist die richtige Nacht.
Nun verließ Thomas kurz die Bühne, während die Band ne Art Jam-Session hinlegte. Zurück kam da einer, mit nem langen Mantel und ner Mütze. Und ich hatte ne Vermutung. Tja, das war dann tatsächlich nicht mehr Thomas, sondern sein Alter-Ego mit dem Heinzelmann, nämlich Heinzi. Kannten ja auch wieder sehr viele, was die Sache noch lustiger werden ließ ...
Nun folgte das erste richtige Sauf-Lied; bezeichnender Weise mit dem Titel wir trinken gern ging es nach dem Acapella-Start heftig los. Sogar ein Kasperle-Theater kam zum Einsatz. Das Outro wurde abgeändert und dann folgte eine etwas variierte Strophe "schade um das schöne Geld, dafür hab ich jetzt den dicksten Kopf der Welt. Ich wache auf, fühl mich nich' wohl und ich schör' " .... nie wieder Alkohol ... Aber ganz genau! Nach einer Vielzahl von vorangegangenen Zwischenrufen war es endlich soweit und jetzt rockten auch die letzten. Sogar der Lehrer wurde zur Bestie, als er, vom Haargummi befreit, ein Gitarrenriff vom feinsten losschrammelte. Somit blieb uns zwar leider das klassische Intro vorenthalten (die Geschichte von Klau Thaler, der bei den Flensburgern in den Dimple fiel), aber das Lied an sich hat ja für alles entschädigt. Sogar in Hip-Hop-Interlude gab es; extra für die MTV-Generation. Sie waren so gut, dass die Zugaberufe sogar schon einsetzten, bevor sie die Bühne verlassen hatten. Wer schafft das schon?
Zurück kamen sie mit einer ihrer allerersten Balladen: besoffen von dir. Richtig schön, aber gleich in der verkehrten Strophe eingesetzt. Aber das wurde bemerkt und Thomas sang einfach noch mal von vorne. Ein zeitloser Klassiker durch & durch. Und wieder ab von der Bühne.
Zur zweiten Zugabe erschienen die sechs mit großen Sombreros und sangen uns unplugged ein Ständchen. Über eine Metzgerin, obwohl er Vegetarier ist. Tja, wo die Liebe hinfällt ... Erneut wurden Zwischenrufe nach dem Dosenbier laut. Wusste gar nicht, dass es das noch gib. :-) Naja, jedenfalls erwiesen sie sich dann als gute Gastgeben und spielten sogleich dazu auf. Gleich die ersten paar Takte wurden frenetisch bejubelt, tja Sauflieder sind wohl überall beliebt *g*.
Die letzte Zugabe dann (wenig überraschend) der Inselsong. Aber ich wäre enttäuscht gewesen, wenn sie den ausgelassen hätten. Alles andere schon, aber der muss eindeutig sein. Ich fühlte mich sauwohl; auch noch lange, nachdem sie die Bühne endgültig verlassen hatten.

letztes Bild FAZIT: '... ich fühl mich sauwohl und ich wünsch mir, die Zeit bleibt steh'n ... '
Was soll man dazu noch sagen? "Sie müssen ein Wunder sein" trifft es wohl am besten. Wer hätte gedacht, dass das Konzert so genial werden würde? Ich nicht. Gehofft schon, aber nicht wirklich erwartet. Aber die Atmosphäre war super und die Band war bestens aufgelegt. Zu meiner Überraschung (und zum Leidwesen von Tina *g*) spielten sie sogar einen ganzen Gig. Also ein volles Konzert von nicht weniger als 2 Stunden. Eigentlich nichts anderes als schön, zumal auch draußen und umsonst, aber dadurch war es erst kurz nach 1 a.m. zuende. (Vielleicht fünf vor eins?) Jedenfalls war die Autorückfahrt sehr anstrengend für Rüdiger, dem ich hier noch mal danken will. Danke!

(verfasst von l.j.)

CD-Tipp:       Skandal (1993)
best of live (2CD) (2002)
frisch (1998)

17+X gespielte Songs:

  1. Mädchen sind doof
  2. Zweitbuch [neues Lied!]
  3. Onanie
  4. wieder allein
  5. alles aus Liebe
  6. sei mein Freund
  7. ich weiß es nicht (Reggae-Version)
  8. a) Rock-Guitar-Solo
    b) Blinker links (ganz lange Version)
  9. Sumoringer
  10. die richtige Nacht
  11. Heinzi
  12. wir trinken gern
  13. nie wieder Alkohol

    1. Zugabe:
  14. besoffen von dir

    2. Zugabe:
  15. Metzgerin
  16. Dosenbier

    3. Zugabe:
  17. Inselsong
Skandal ('93) AuWeia ('94) # Alarm ('96) frisch ('98)
A7 (ich lauf durch jede Wüste) nur mit dir 1 Märchenprinz Astronauten
Macho Robert 2 ewig und 3 Tage guter Tag
sei mein Freund alles aus Liebe 3 Alarm Geburtstag
die richtige Nacht wieder allein 4 Metzgerin wir leben alle nur einmal
Mädchen sind doof Beate 5 Männer wie wir Urlaub
Onanie einmal um die Erde 6 du kannst mich nicht leiden ich liebe dich
Skandal (live) Katastrophe 7 nie geschrieben wiedergefunden
ganz unten (live) Dosenbier 8 Blinker links wenn's kommt ...
Heinzi (live) alles klar 9 halt dich fest irgendwo
Klaus und Marie (live) du fehlst mir so10 unser Lied auf und davon
besoffen von dir (live) besoffen von dir 11 Schönheitschirurg gute Nacht
nie wieder Alkohol (live) Inselsong 12 Kinder schick mich in die Wüste

ich kauf ein 'V' ('01)

Best of Live (CD1) ('02)
#
Best of Live (CD2) ('02)
ficken Astronauten (live) 1 die richtige Nacht (live)
Sumoringer Skandal (live) 2 Metzgerin (live)
ich weiß es nicht Märchenprinz (live) 3 Dosenbier (live)
Fotografien von Dir Mädchen sind doof (live) 4 nie wieder Alkohol (live)
rette die Erde irgendwo (live) 5 einmal um die Erde (live)
wir trinken gern wieder allein (live) 6 besoffen von dir (live)
sie will es wenn's kommt (live) 7 Inselsong (live)
ausziehn A7 (live) 8 ich weiss es nicht (version)
Fahrradprüfung Geburtstag (live) 9
wir sind illegal wiedergefunden (live) 10
fünf vor eins sei mein Freund (live) 11
wir müssen ein Wunder sein   12


meine Startseite       zurück zur Übersicht