the Hooters

30.07.2007 // Festplatz, Gersthofen - [BR Radl-Tour'07]

Künstler-Bio     weitere Auftritte: '03 [Berlin] '03 [Leipzig] '04 [Hamburg] '04 [Berlin] '07 [Ulm]

Eric Bazilian & John Lilley
Vorbemerkung: Nachfolgend eine kurze Zusammenfassung vom Konzert. Ein ausführlicherer Konzertbericht des Hooters-Konzerts drei Tage zuvor: Auftritt in Ulm.
John Lilley

warum die Zeit nicht stillzustehen brauchte

Wie auch 2003 war es mir wiederum vergönnt, zwei Auftritte der Hooters zu sehen. Ach, was sag ich, zwei Auftritte genießen zu dürfen. Es gibt ja einige Künstler, bei denen reicht ein Konzert, aber durch die Varianz der Arrangements und der sich oft ändernden Setliste lohnt es sich die Hooters auf ein und derselben Tour mehrmals zu sehen und zu hören. Davon abgesehen, dass es ohne Zweifel die beste Live-Band ist. (Nicht umsonst spielten sie auch bei Live Aid 1985.)

Im Rahmen der Radl-Tour 2007 buchten die Veranstalter für das Abendprogramm der 2. Etappe die Hooters "die eine volle Show spielen" wie es der Moderator angemerkt wissen wollte. Dies war mir nur Recht. Im Vergleich zum Ulmer Konzert mussten die Zuschauer also heute keinen Eintritt zahlen, so dass es, beabsichtigter Weise, nicht nur eingeschworene Fans zur Veranstaltung zog. Nichts desto trotz war die Stimmung gut und die Masse ging ordentlich mit. (Zugegebener Maßen nicht so, als wenn nur Fans dabei gewesen wären, aber der Funke sprang auch auf die Uneingeweihten über.)

David Uosikkinen

Der Kickoff war dann pünktlich 20:16 Uhr, wie erwartet mit den beiden "Standards" I'm alive und time stand still, die wiederum eine gute Einstimmung boten. Letzteres schon mit einer kleinen Varianz, da der Song heute Abend zum Ende hin schneller wurde und dann auch mit einem Fullstop abschloß. (Ist halt der Vorteil, so kurz nach einander zwei Shows zu erleben, da konnte/könnte man auch auf solche Kleinigkeiten achten. ;-) )
Vor time after time verpasste Eric fast seine This-Song-Was-Written-By-Ankündigung (Rob spielte schon das Intro) und es fiel mir auf, dass die stimmliche Angeschlagenheit von Rob noch nicht auskuriert war - wie auch, wenn er fast jeden Abend auf der Bühne steht. Er ließ es sich zwar nicht anmerken, wird aber in Gedanken drei Kreuze gemacht haben, als er mit dieser Nummer fertig war.
Für das bekannte fightin' on the same side griff er wieder zum Akkordeon, während John die Mandoline nahm, aufgedreht wie man es von ihm kennt über die Bühne tollte und erneut seinen Einsatz am Keyboard fast verpasste. Nur durch einen kurzen Sprint konnte er doch noch rechtzeitig starten; nunmehr noch knapper als am Freitag, aber das ist halt live und gehört schon so gut wie zu seiner Show.

Rob Hyman John Lilley Eric Bazilian

Rob ließ uns dann alle in Erinnerungen schwelgen, denn er brachte die vom Live-Album bekannte nunmehr klassische Ansage "we've got a lot of music for you tonight, so let's keep goin'..." und weiter ging es mit Erics until you dare, als ältesten neuen eigenen Song. Fran sang sogar mit, während Eric schon einmal die ersten Solis aus den Saiten herauskitzelte.
Auch musikalisch zog nun frischer Wind auf und es gab eine herrlich schnelle Version von dem druckvollsten neuen Stück where the wind may blow. Dieses sang man in den ersten mit den Hardcore-Fans gespickten Reihen schon lautstark mit. Aber das Mitsingen gab es nunmehr bei fast allen neuen Songs, denn wer ein paar Jahre zu lange auf neue Lieder warten musste, hat die neuen Texte natürlich schnell drauf.

David Uosikkinen John Lilley Fran Smith jr.

Beim graveyard waltz (slight return) hatte Fran wie gewohnt Pause, um dann bei den 500 miles wieder voll mit einzusteigen, während John sein eigenes Keyboard hatte.
Mit einer kurzen Geschichte kündigte Eric dann das ruhige Cover von the boys of summer an, bei welchem dann Rob die 2. Strophe sang. John an der Mandoline und Fran bei der 3.Stophe mit dabei; also 'business as usual'. (Mittlerweile vermute ich ja, dass die Hooters dieser Song nicht mehr losgelassen hatte, seit sie in den 80ern bei Don Henleys US-Solotour zum "building the perfect beast"-Album der Opening Act waren. Nun war es also soweit. Endlich spielten sie also nicht nur diese Coverversion, sondern veröffentlichten diese sogar auf einem Album.)

Fran & Eric

25 hours a day, den! Live-Killer-Song schlechthin, begann Rob natürlich wieder mit seinem Akkordeon, während John sichtlich ausgelassen für den ein oder anderen Hingucker & Hinhörer ob seiner Spielfreude und Energie sorgte. Mit einer Gitarre ist dieser Mann einfach von Natur aus high. Mittlerweile war Rob jedoch stimmlich wohl so sehr angeschlagen, das er die Strophen nunmehr sprach anstatt zu singen. Eric nahm am Ende wieder die Flöte zur Hand und spielte ungefähr das richtige Outro, um es dann am Ende doch zu übertreiben und nach einem kurzen Cancan und wilder Improvisation dann ein tolles Intro für Johnny B hinzubekommen. Natürlich ist das kein Vergleich zu der Geige auf der Live-CD, aber eine gelungene Variante, die sofort Jubelstürme auslöste, als die Zuhörer diese markante Melodie erkannten und eifrig lauthals mitsangen. Die Fans waren hierbei eindeutig die lauteren Hooters. Die Lichttechniker schafften es im Übrigen auch wieder an entsprechender Stelle das grüne Licht auf rot zu wechseln ...

Rob Hyman Eric Bazilian

Eric spielte nun erneut ein nach Improvisation klingendes Stück auf der Flöte, welches mich in Ansätzen an jigs'n'reels erinnerte. Günstiger Weise folgte diesem dann auch satellite, so dass ich mit meiner Vermutung wohl gar nicht allzu weit weg lag.
Das finale Trio heute war somit Karla with a K (John am Keyboard, da Rob am Akkordeon), and we danced sowie day by day. Letzteres wie in alten Zeiten durch die Melodica-Klänge von Rob eingeleitet, für den wahren Hooters-Sound.

Rob Hyman

Als Zugabe gab es ab 21:45 Uhr ordinary lives, one of us und south ferry road (mit dem erwarteten "brother"-Versatzstück). Bei one of us gab es wieder den kleinen Verweis auf Joan Osbourne und auch die deutschen Zeilen, die auch hier für Überraschungsrufe und Szenenapplaus sorgten. 22:02 Uhr verließen sie dann erneut die Bühne ... und der Moderator vom Anfang betrat diese wieder!
Nach 100 Minuten Konzertdauer okay, aber da fehlt doch noch zumindest free again, auf welches ich mich ja aufgrund seiner einführenden Worte ("eine komplette Show") nun einmal schon gefreut hatte. - Erst große Töne spucken und dann so etwas!

Ich war schon dabei meinem Unmut kund zu tun, als er mit seinen wichtigen Informationen für die Radfahrer durch war und darauf verwies, dass die Hooters anschließend sogar für ein Meet & Greet zur Verfügung stehen würden. Hierauf bat er die Hooters glücklicher Weise doch noch einmal zurück auf die Bühne.
Diese ließen sich auch nicht lange lumpen und brachten das schnelle catch of the day zu Gehör. Rob brachte dazu wieder die passende Ansage "this song's maybe about fishing - but maybe not". Dieses Lied ging auch gleich wieder ins Blut und auch hier gab es eine signifikante Änderung, die Hookline (unbeabsichtigtes Wortspiel) wurde ausgebaut und nunmehr auch auf Deutsch als "warten und angeln" gesungen, die bereitwillig vom Publikum aufgegriffen wurde.
Heute gab es dann sogar eine komplette Bandvorstellung der "partner in crime" und auch mein gewünschtes Finale folgte: free again. What a rushhhh.

John Lilley Eric Bazilian

Fazit: Machst du nicht mit, bist du zu alt. Kurioser Weise kamen selbst hier vor dem breit gefächerten Publikum alle! neuen Songs richtig gut an. Und mit fast zwei Stunden Programm kann man auch nicht meckern. Andere Songs gab es verglichen mit Ulm nicht, lediglich die Reihenfolge wurde variierte und es gab ein paar kleine Nuancen. Dennoch bleibt: Wer die Hooters sehen kann und sie dennoch verpasst ist selber Schuld, schließlich weiß man erst nach einem Konzert der Hooters, wie Livemusik wirklich sein kann.

Text: l.j. + Bilder: René Korpjun - www.el-jay.de
## Besetzung ##
Eric Bazilian - Leab Vocals, Guitars, Mandola, Mandolin, Bass
Rob Hyman - Lead Vocals, Keyboards, Accordion, Melodica
John Lilley - Guitars, Mandolin, Keyboards
Fran Smith, jr. - Bass Guitar, Vocals
David Uosikkinen - Drums
## Setlist ##
(* = von aktuellen Album "time stand still")
1. I’m alive*
2. time stand still*
3. time after time
4. fightin’ on the same side
5. until you dare*
6. where the wind may blow*
7. graveyard waltz (slight return) / 500 miles
8. the boys of summer*
9. twenty-five hours a day
10. Johnny B
11. all you zombies
12. intro / satellite
13. Karla with a K
14. and we danced
15. day by day

Zugabe #1
16. ordinary lifes*
17. one of us (inkl. einer wie wir)
18. south ferry road / brother don’t you walk away (snippet)

Zugabe #2
19. catch of the day*
20. free again*

Eric Bazilian