| Holsten. Auf die Freundschaft. - Dieser Slogan steht seit ja seit einigen Jahren für diese Biermarke. Und da man sich wahrscheinlich in der Marketing-Abteilung erinnerte, dass man vor mittlerweile 125 Jahren mit dem Brauen dieses Getränkes
angefangen hatte, ließ man sich ob dieses selbstgewählten Anlasses nicht Lumpen. Es gab ein großes, kostenloses Straßenfest rund um die Brauerei in Hamburg und auf der Showbühne traten neben den beiden pausenfüllenden Moderatoren auch richtige Rock-Größen auf, wobei die Headliner die Hooters und Fury waren. Außerdem war der Lokalmatador Lotto King Karl mit von der Partie. (Ein bekennender Fan dieses Gesöffs, welches zur Feier des Tages auch nur 1,50 Euro kostete.)
Nach anfänglichem Regen, auf der Fahrt nach Hamburg hin, wurde das Wetter aber immer besser und somit war das Fest richtig gut besucht. Es gab die üblichen Buden und Verkaufsstände (v.a. Essen & Trinken),
eine 40m² Leinwand für die EM-Übertragung, Holsten-Grün-Haarfärbe-Station, eine Kletterwand und die bereits erwähnte Showbühne. Leider kein Freibier, aber dafür war ja der Eintritt kostenlos. Und da ich schon lange nicht mehr in Hamburg war, war ich glücklich Tina & Rüdiger überredet haben zu können, auf diesen Trip zu gehen. Noch mal an dieser Stelle herzlichen Dank an euch beide!
Und es sollte noch eine weitere Premiere geben. Es hatte geklappt und ich traf somit erstmalig die anderen LoneReviewer (Andreas ließ sich entschuldigen), um auch hier ein bisschen zu fachsimpeln und die Shows zu bewerten. *g*
Nach dem sog. Shooting-Star Kurt Nilsen und während der wenigen Minuten des Umbauens auf der Bühne, auf welcher man schon die vertrauten Roadies der Hooters erblicken konnte, kasperten wieder die beiden Moderatoren herum. Wem ihre Art & Weise vorher schon nicht unbedingt gefallen hat, bekam einen weiteren Grund durch die Ansage "[...] jetzt kommen die Hooters; die Älteren unter euch werden sich vielleicht noch an sie erinnern. Die (Hooters) sind ja auch nicht tot zu
kriegen. [...]". - Ohne Kommentar.
THE HOOTERS
Wie angekündigt war es dann gegen 18:30 Uhr so weit und die Hooters betraten (unter mäßigem Applaus) die Bühne. Aber die Hooters wären nicht eine der besten Live-Bands der Welt, wenn sie das als schlechtes Zeichen genommen hätten. Vielmehr spielten sie konzentriert und
voller Freude, womit sie Song für Song das Publikum für sich einzunehmen verstanden. Eröffnet hatten sie erneut mit brother don't you walk away. Obwohl es ein paar technische Probleme gab, war es wiederum eine Version, die gekickt hat. Weiter ging es mit dem Reißer day by day, den schon ein paar mehr Leute kannten und anfingen mitzugehen. Die Akustik war in Ordnung und somit für ein Straßenfest angemessen. Eric setzte danach zu einer kurzen Jam-Session an und dieses improvisierte Gitarrenspiel mündete in fightin' on the same side. Oder nicht?! Der Text stimmte, aber sie hatten die Melodie etwas verändert, so dass es eine Art Reggae-Version wurde. Eine tolle Idee und dem Original auf der Amore-CD viel ähnlicher. Ich war begeistert, denn diese Version gefällt mir sogar besser als die auf one way home.
Apropos neue Version. Sogar der graveyard waltz (slight return) als Opener für die 500 miles war modifiziert und somit ein neuer Hörgenuss. Tja, die Hooters haben es halt immer noch drauf und sind für Überraschungen gut, so dass kein Konzert wie ein anderes ist und jeder gespielte Titel ein Unikat bleibt.
Wie auf der Fanseite der Hooters ja schon zu erfahren war, hat die deutschstämmige Cover-Band der Hooters namens "Jonny B." vor kurzen mit ihren Idolen Kontakt aufnehmen können. Und auch heute war eine kurze Kostprobe dieser Band in Form der Violine-Spielerin zu bewundern. Denn sie unterstützte das Intro
zu .... ja, wie sollte es anders sein, Johnny B. Es klang echt so, wie auf dem '93er Live-Mitschnitt aus Dortmund und war wirklich schön anzuhören. Nun wurde auch den letzten Zuschauern/Zuhörern klar, dass sie die Hooters-Songs kennen, nur halt mit dem Namen der Band nix anfangen konnten. (Obwohl der Name 'Hooters' ja landläufig mittlerweile 'ne ganz andere Bedeutung hat und dem überwiegenden Teil des anwesenden Publikum eigentlich geläufig sein sollte. *g*) Bei dieser Version von Johnny B sangen also alle begeistert mit, was nicht zuletzt v.a. Rob erfreute. Die Hooters schossen dann gleich einen weiteren Hit hinterher, denn ein Intro ging in satellite über, also gleich weitergeklatscht werden konnte. Eine weitere Steigerung war nicht mehr nötig, so dass die Stimmung beim (schon aus dem letzten Jahr bekannten) Schlusstrio gleichbleibend gut war. All you zombies, das geniale Karla with a K und and we danced beendeten den Hauptteil des Auftritts.
Für eine kurze Zugabe hatte es aber glücklicher Weise zeitlich doch noch gereicht und man hatte sich für twenty-five hours a day entschieden. Wieder mit der (obligatorischen) deutschen Zeile. Wieder mit einer Strophe von don't knock it til you try it. Wieder mit der Violine für ein Zwischenspiel. Wieder ein Hörgenuss. Ein gelungener Abschluss, nach welchem sie dann das Feld leider viel zu schnell wieder räumen mussten. (Und dass Portugal 1:2 gegen die Griechen verloren hatte war letztlich nicht so wichtig; außer vielleicht, dass dadurch wenigstens meine Tendenz stimmte *gg*.)
Fazit: Die Zeitstunde, die den Hooters als Zeitfenster zur Verfügung stand, haben sie wunderbar genutzt. Im Gegensatz zu Kurt wurden zwar ihre Tourtermine nicht angesagt, aber da die Moderatoren eh keinen Plan hatten, hatte ich auch nichts anderes erwartet.
Die Hooters hatten sich für die schnelleren und bekannteren Stücke entschieden, so dass z. B. private emotion oder where do the children go wie erwartet nicht gespielt wurden. Wäre auch vor den zumeist gut alkoholisierten Leuten nicht allzu sinnvoll gewesen bzw. hätten diese die Lieder nicht verdient/würdigen können. Es war halt eine Party und die Laune sollte nicht getrübt werden. Auch verkniff man sich das eingängige gimme a stone. Denn wer weiß, auf was man angetrunken gekommen wäre, wenn man das übersetzt hätte. Krawalle braucht man nicht extra zu provozieren ...
Einzig deliver me (ohne eben den "private emotion"-Part) wäre noch eine wünschenswerte Ergänzung gewesen, aber dies gibt es dann bestimmt wieder bei einem ihrer regulären Konzerte. Alles in allem war diese gute Stunde schon die 3 Stunden währende Anfahrt wert. Beruhigt können also die Hooters das Tour-Break antreten.
Und dann folgte ja noch quasi als Bonus der Auftritt von Fury ...
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## Besetzung ##
Eric Bazilian - Leab Vocals, Guitars, Mandola, Mandolin, Bass
Rob Hyman - Lead Vocals, Keyboards, Accordion, Melodica
John Lilley - Guitars, Mandolin, Keyboards
Fran Smith, jr. - Bass Guitar, Vocals
David Uosikkinen - Drums
## Setlist ##
1. brother don't you walk away 2. day by day 3. fightin' on the same side (version) 4. graveyard waltz (slight return) / 500 miles 5. Johnnny B 6. satellite 7. all you zombies 8. Karla with a K 9. and we danced
#Zugabe#
10. twenty-five hours a day / don't knock it 'til you try it (snippet)
FURY IN THE SLAUGHTERHOUSE
Langsam wurde es kühler. Die Schatten wurden länger. Die Angetrunkenen wurde besoffener und alles rundum war in bester Partylaune. Somit wurde es Zeit für Fury in the Slaughterhouse die Bühne zu betreten und einen Nachschlag zu ihrer soeben beendeten "nimby"-Tour zu geben. Wie zuvor den Hooters, blieben jetzt auch Fury 60 Minuten Zeit, um zu zeigen, dass die Hannoveraner es auch mit dem
neuesten Album geschafft haben, sich an der Spitze der deutschen Bands zu behaupten. Kurz nach acht. Die Musik startete ...
Gleich als Auftakt spielte Kai mit seinen Mannen drei Stücke vom neuen Album, die z. T. mit gemischten Gefühlen aufgenommen wurden. Entweder, weil man schon zu angeheitert war, um Neues auf sich wirken zu lassen, oder weil man mit alten Bekannten feiern wollte. Nichts desto trotz gab es (von der mittlerweile stark vergrößerten Menge) herzlichen Beifall für protection, goodbye so long und v.i.p. Besonders das zweitgenannte dürfte man auf kommenden Setlisten häufig wiederfinden.
Danach ging es aber auch schon ans Eingemachte. Angekündigt als Geschichte einer alten Frau, die aus Langeweile einen Radiosender aufmacht, konnten fast alle Anwesenden bei Radio Orchid mitsingen. (Während des Liedes genoss Kai einmal mehr das Bad in der Menge und sang aus der Fanmitte einen Teil des Songs.) Wieder oben auf der Bühne angekommen, rockte er nach dieser eher beschaulichen Ballade erneut; dieses mal mit milk & honey. Auch das nachfolgende letzte neue Stück des Abends kam gut bei den Zuhörern (größtenteils Fans) an. Lag vielleicht auch daran, dass welcome to the underworld diesen eingängigen 'Refrain' hat, den man sich in diesem Pegel-Stadium besonders leicht merken konnte. *g*
Nun gab es wieder eine Ankündigung. Es sollte ein trauriges Lied folgen. Eine Metapher dafür, dass der Zug des Lebens immer weiter fährt, egal ob man nun an Bord ist, oder nicht. Trapped today, trapped tomorrow. So schön wie eh und je.
Gefolgt von every generation got its own disease, wo die Emotionen ja auch keine Pause machen.
Den vermeintlichen Abschluss bildete won't forget these days, bei welchem wiederum alle mitsingen konnten. Tja, aber wie es aussah, gab es noch mehr Stimmen zu mobilisieren, denn beim (überraschender Weise folgenden) "oh----, when I'm dead & gone" war der Chor noch
einmal um Längen stärker. Ein geniales Finale, welches einem bereitwillig nach mehr verlangen ließ.
Wie erwartet, durften auch Fury noch einmal für 'ne Zugabe zurück auf die Bühne. Unter heftigstem Beifall ritten sie dann zuerst theatralisch und dennoch kraftvoll auf einem abgeliebten, toten Pferd (riding on a dead horse) und dann gab es noch kick it, was genau dieses tat. Die Ansage, die jetzt für das letzte Lied folgen sollte war richtig gut. A la: "vor dem Song eben hatten wir noch 5 Minuten übrig. Jetzt sind es noch 2. Der letzte Song dauert jetzt aber 4:50, dennoch wollen wir nicht ohne time to wonder gehen." ... Einfach cool.
Fazit: Erneut haben Fury gezeigt, dass auch aus deutschen Landen ansprechende und relativ anspruchsvolle Text in englischer Sprache stammen können, für die man sich nicht schämen muss. Massenkompatibilität auf höherem Niveau könne nicht besser funktionieren. Wiederum eine tolle Show, die die Furys darboten.
Ein wirklich toller Abend. So0, und wenn man sich schon einmal so weit von der Heimat wegbewegt, dann kann man dieses auch gleich einmal richtig nutzen. Zum Leidwesen anderer *g*. Somit: Auf nach Neumünster zu Illegal 2001!!!
| Text + Bilder: l.j. - www.el-jay.de
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## Setlist ##
(*=neu von "nimby")
1. protection*
2. goodbye so long*
3. V.I.P.*
4. Radio Orchid
5. milk and honey
6. welcome to the other world*
7. trapped today, trapped tomorrow
8. every generation got its own disease
9. ?why don't we do it now?
10. won't forget theses days
11. dead and gone
Zugabe
12. riding on a dead horse
13. kick it out
14. time to wonder
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