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And we danced. - Endlich war der Tag gekommen, den so viele schon so lange herbeigesehnt hatten. Die Hooters waren wieder back on Stage und statteten im Rahmen ihrer Jubiläumstournee auch Berlin einen Besuch ab. Die fast ausverkaufte Columbiahalle war der lokale Veranstaltungsort, wo sich nach über 8 Jahren endlich wieder die Band eingefunden hat, die der beste Live-Act der 80er und frühen 90er war. Nachdem man sich mit den nötigen Merchandise-Artikeln eingedeckt hatte (T-Shits, CDs, Poster), wartete man gespannt auf die fünf gestandenen Musiker, die das Haus rocken sollten. Als Support hatten sie die junge Künstlerin Jonatha Brooke dabei, die im Stile der Songwriter nur mit einer Gitarre ihre zumeist eigenen Kompositionen vortrug. Ihre CD hat man/frau sich von ihr persönlich signieren lassen können! Nicht schlecht. Sie war auch an sich toll drauf, v.a. ihre Geschichte zu Starsky & Hutch begeisterte viele *g*. Nach dieser halben Stunde warteten alle gespannt auf Eric, Rob, John, Fran & David.
Es dauerte dann aber doch recht lange, bis sie endlich 21:18 Uhr unspektakulär auf die Bühne kamen. Der Nebel verdeckt sie ja zumeist und nach ein paar Tönen, um die Instrumente letztmalig zu stimmen, ging es mit blood from a stone aus ihrem 85er Album nervous night los. Eine komische Version, sowohl von der Betonung, als auch von der Geschwindigkeit. Aber okay als Auftakt. Der Applaus war dementsprechend noch etwas verhalten, da sie eben noch nicht "abrockten", wie sie es ja konnten. Es folgten hanging on a heartbeat (selbes Album) und fightin' on the same side. Letzteres vom 1987 erschienenen one way home-Album und traditionell mit Rob Hyman am Akkordeon. Dann gingen die Lichter aus und er erste Block war vorbei.
Noch waren sie hinter den Erwartungen zurückgeblieben, aber die Lieder waren ja auch zumeist "nur" Midcarder gewesen. Nun zeigte sich, dass sie nicht wirklich älter geworden sind, denn die Standards brachten sie in gewohnter Manier, wenn auch Robs Stimme mittlerweile etwas anders klingt. David Uosikkinen konnte aussetzen und es gab jetzt also die nur von den Gitarren begleitete ruhige Version von dem Beatles-Klassiker Lucy in the sky. Überraschender Weise sang Fran Smith,jr. (Bass) den Text und ich befürchtete schon, dass Rob sich zurückhalten müsse. Aber dann war er für where do the children go (nervous night-Album) wieder einsatzbereit und alle Sorgen verflogen. Vielleicht war ich auch unaufmerksam und Fran hatte diese Nummer schon immer gesungen gehabt.
Der dritte Block bestand aus der gewohnten Kombination vom graveyard waltz (slight return) und der langen Wegstrecke von 500 miles, wie diese schon auf dem 94er-Live-Album Hooters - live zu hören war. Es erinnerte wenig an die Originalversionen von one yay home bzw. dem zig zag-Album von 1989, denn die 500 miles müssen in der achtminütigen Version sein!
Den nächsten Song kündigte Rob auf deutsch! an. Es sollte ein neuer!! Song sein. Jedoch handelte es sich 'lediglich' um einen Song aus Eric Bazilians Solo-Album the Optimist, so dass wahre Fans - und davon gab es einige - auch until you dare mitsingen konnten.
So weit so gut, doch halt noch recht zurückhaltend. Sowohl die Fans, als auch die Hooters. Lag vielleicht auch daran, dass es zum Anfang eher die ruhigen Songs gab. Zwischenzeitig überlegte ich mir, ob es denn nun erst 20 oder schon 25 Jahre die Hooters gibt. Denn 1983 kam ja die LP "Amore" raus, was für 20 Jahr sprechen würde, jedoch gab es davor Baby Grand mit einer LP 1978 ... . Wie dem auch sei, sahen sie noch nicht wie alte Herren aus, obwohl sie alle schon weit über 40 sind.
Jetzt durfte John Lilley in die Seiten hauen und nach seinem Gitarren-Solo gingen dann die Fans bei deliver me (Zig Zag) schon mehr mit. Zumal auch von der Band zusätzlich animiert. Als dann der Song fast vorbei war, fiel Eric ein, dass er gern jetzt etwas anderes singen würde und nur von John begleitet sang er dann den besten Song von ihrem letzten Studioalbum out of body aus dem Jahr 1993: private emotion. Zu meiner großen Überraschung kannten nahezu alle Fans den Text und sangen lauthals mit, so dass also dieses ruhige Lied die Stimmung wider erwartend pushen konnte. Fantastisch! Richtig cool war dann die eingestreute deutsche Strophe. Denn da sie ja in Deutschland seinerzeit den größten Erfolg hatten, sangen sie dieses Lied mit dem deutschen Text von Heinz Rudolph Kunze für eine Maxi ein. Ein paar kannten diese Version, anderen war die Überraschung und Begeisterung, sowie das Stauen ins Gesicht geschrieben. (Wie immer konnten natürlich ein paar wenige dennoch mitsingen. *g*) Dafür gab es Szenenapplaus. Dann wusste Eric zwar den Text nicht mehr richtig, aber nach einer kurzen Improvisation kam das Thema auf deliver me zurück und die Fans sangen erneut begeistert mit. Ein klasse Einfall, die beiden Lieder so mit einander zu kombinieren und auch eine dt. Strophe mit einzubinden. Letztendlich war es also ein Ballade, die das Eis endgültig brach - fast schon Ironie bzgl. der Hooters. Ab jetzt rockten sie das Haus und machen ihrem Namen alle Ehre; sowohl als Schreihälse, als auch ihre gemeinte Bedeutung, dass Hooter ein alter Begriff für Melodica ist. Nach einer kurzen Pause und einem neuen Intro spielten sie zu ihrem größten Hit auf, die Geschichte von Johnny B. Da war kein Halten mehr und alle machten mit. Immer noch der typischste Song für sie. Anschließend folgte das einzigste Drum-Solo, wenngleich es relativ kurz war. Über eine Gitarren-Version von Pink Floyds Klassiker another brick in the wall ging es dann in den Orbit ... via satellit. Die daran anschließende kurze Unterbrechung hatten sich alle verdient.
Rob kündigte den nächsten Song auch als neue Nummer an und sag ihn dann größtenteils selber. Es handelte sich um gimme a stone, was mir seltsam bekannt vorkam. Zuhause fiel mir dann ein, woher ich den kannte. War ein Track vom Largo-Album [1998], welches ja als Hooters-Projekt angefangen hatte, aber dann ein Gesamtwerk der Philly-Crew wurde. Somit auch kein wirklich neuer Song, dennoch toll, da eingängig und jetzt ja auch von Rob gesungen.
Nun folgten gleich 3 Kracher am Stück, welche von all you zombies angeführt wurden und gleich nach den ersten paar Noten erkannt und bejubelt wurde. Beide bedankten sich dann erneut beim Publikum und als Eric erneut die Gitarre gewechselt hatte, funktionierte 'endlich' mal die Technik nicht und es kam kein Ton heraus. Also improvisierte er und man sah, dass er Spaß auf der Bühne hatte. Er danke den Fans und bezeichnete sie als das beste Publikum, was sich die Band wünschen kann. Dann konnte es aber losgehen und an der Seite von Rob, der wiederum das Akkordeon umgeschnallt hatte, gab es den Song über den Wirbelsturm, was nicht mit "C" geschrieben wurde, denn es war ja Karla, Karla with a K. Der Höhepunkt der Show v.a. für einen älteren Fan in der ersten Reihe, der bei diesem Lied so ausholend klatschte, dass sich die neben ihm stehenden rasch in Deckung bringen mussten. Das ist wahre Fan-Freude. (Die Bridge ist aber auf den Live-Album besser gesungen.) Den Abschluss des Hauptteils bildete dann ihr größter Single-Hit: and we danced. (Diesmal ohne Robs fast schon obligatorischen Zwischenruf absolutely live.) Somit war es nach den anfänglichen Start-Schwierigkeiten nun an den Fans, mehr zu fordern.
22:46 Uhr waren dann alle zurück auf der Bühne. Sie kündigten den folgenden Teil (erneut auf deutsch) als den Teil an, in welchem sie Lieder singen, an denen sie beteiligt waren, aber nicht selbst veröffentlicht haben. Sie begannen mit einer (streckenweise armseligen) Version von time after time, welches ja Rob damals mit Cindy Lauper geschrieben hatte. Als Finale, da David nicht auf der Bühne war, nahm Rob einen Stick und setzte den Schlusston, woraufhin ihn Eric gleich ankündigte: and on the drums: Rob Hyman. Ein Lachen ging durch die Menge, aber dann war klar, dass er auch richtig spielen konnte. Jetzt folgte nämlich one of us, welchen beide ja für Joan Osbourne geschrieben hatten, und jetzt unter Mithilfe ihrer 'Vorband' zum besten gegeben wurde. So wie sie sich auf der Bühne verhielt, würde es mich nicht wundern, wenn sie ein persönlichere Beziehung zu John unterhalten würde. Als David dann wieder an die Drums ging, nutzte Eric dann gleich die Chance und stellte außer David auch alle übrigen Mitglieder der Band vor. Rob brach dann seinen deutschen Text ab und wechselte wieder ins Englische, woraufhin ihn Eric dann aufmunterte in german weiter zu reden. Aber das klappte nicht und dann rettete Eric mit wir lieben Sie. Über jigs 'n' reels kam dann endlich ein weiterer Song, aus dem völlig unterbewerteten "out of body"-Album, nämlich twenty-five hours a day, bei welchem dann auch die obligatorische deutsche Zeile nicht fehlen durfte ("25 Stunden am Tag"). Es war sogar noch besser als die extralange Version auf der 93er Live-CD und auch eine Strophe von don't knock it til you try it wurde mit eingebaut. Damit war 23:09 dann die erste Zugabe leider schon beendet.
Erneut kamen sie auf die Bühne zurück und spielten mit voller Kraft and we danced, während sich die Fans die Hände wundklatschten. Ob es noch eine Zugabe geben würde war unklar, aber die Fans wurden noch einmal richtig laut, so dass sichtlich glücklich v.a. Rob sich noch mal überschwänglich bedankte. Somit gab es 23:15 Uhr eine letzte Zugabe, zu der Rob u. a. meinte: America is just another country and music is our language. Nach dieser längeren, ernsthaften Rede folgte dann eine echte Überraschung, denn Washington's Day hätte ich heute Abend nie und nimmer erwartet. Toll! Da die Fans dann die Hooters aber immer noch nicht entlassen wollten, meinte Rob "noch ein Lied". Dieses handelte von love, peace and understanding.
Damit ging dann 23:29 Uhr eines der besten Konzert auf dem ich je war viel zu schnell vorbei. Aber nun ist's geschafft, ich hab die Hooters live gesehen und erlebt und sie sind so gut, wie vermutet, wenn nicht sogar noch besser. Ihre sehr gute Live-CD haben sie sogar noch übertroffen, was ja nicht viele Künstler schaffen, wenn man sie dann live erlebt. Zum immer wieder hören & erleben. Also: Auf nach Leipzig!
FAZIT: '... did you think I could ever forget, the night: "the Hooters on Stage" ... '
Ich hatte ja die größten Erwartungen an das Konzert gehabt, seit ich wusste, dass sie noch einmal auf Tour kommen. Denn damals (1993) hatte ich sie ja leider verpasst und dann hatten sie sich ja einfach so getrennt. So oder so wäre mir das Konzert in Erinnerung geblieben, aber nun ist es wirklich nur positives, was bleibt. Voller Begeisterung haben sie über 2 Stunden beste Laune verbreitet und jeden angenehm überrascht, dass sie es immer noch drauf haben. Denn welche Band kann nach nur 4 Alben sagen, dass sie nach 25 Jahren noch nicht vergessen ist?
Die dargebotenen Lieder waren ein toller Querschnitt, wenngleich es nichts wirklich Neues gab, wie es schon angenommen/gemunkelt wurde. Leider fehlten auch ein paar Stücke, v.a. vom Out of Body - Album (boys will be boys, nobody but you, one too many nights) die speziell das deutsche Publikum begeistert hätten. Gewundert hatte mich, dass "nervous night" nicht kam und auch keine Nummer von Bob Dylan, von dem sie ja im Laufe der Jahre mehreres gecovert haben. Vermisst habe ich (obwohl auch nicht wirklich damit gerechnet, dass sie diese spielen): "brother, don't you walk away", "give the music back" und "she comes in colors". "Washington's day" war ja 'ne richtige Überraschung.
Dennoch; alles in allem war es mehr als bloß ein weiteren Konzert und so wie Fans & Band sich gegenseitig gepuscht haben, werden alle sicher noch lange an diesen gelungenen Abend zurückdenken. Very well done & macht weiter!!
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