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2005-02-11
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Mathematik AmbitionenJa gut, ich stand in der Schule durchgängig in Mathematik bei "1,0". Ich war da sicherlich vorbelastet, beide Eltern hatte mal ein Studium Lehrer für Mathe/Physik angefangen, bevor sie in den Wirren des Lebens das Studium abbrachen - mein Vater hatte sich gar eines Tages mit den Falschen in der DDR angelegt, und durfte eines schönen Tages gar als Paketfahrer bei der Post weitermachen. Aber ich schweife ab. Ich hab bei verschiedenen Mathezirkeln und Mathematik Olympiaden teilgenommen, und unter die besten Vierhundert der Republik bin ich wohl auch gekommen, wie am Zeugnis auch zu erkennen. Aber ich hatte mich schon an der POS (Gesamtschule) mit einigen Leuten überworfen, wurde dann zum Spezialgymnasium für Mathematik nicht zugelassen (die H2O), und ging so den alternativen Weg über ein Spezialgymnasium für Neusprachen (die KGO). Wirklich vergällt hat man mir die Freude an der Mathematik dann im Studium - ich wollte Informatik studieren und an der Humboldt-Universität war gerade ein neuer Fachbereich gegründet worden, der aus einer Unterspezialisierung des Fachbereichs Mathematik hervorgegangen war. Der Studiengang nannte sich auch anfangs "mathematische Informatik" und bestand im Grundstudium zur Hälfte aus Vorlesungen in Mathe, in der Regel auch durch Professoren des Fachbereichs Mathematik gehalten. Die Prüfung in Numerik und math. Analyse umfasste die Kenntiss von 400 Sätzen - und deren komplettem Beweis, aus dem Kopf! Nun, das ist nichts für jemandem mit dem Herzen eines Ingenieurs. Die Prüfungen im ersten Jahr hab ich verhauen, und mich danach mit Beharrlichkeit stetig wieder gesteigert. Meine letzten Prüfungen im Hauptstudium kamen dann schon mal auf ein "gut", aber Freude machte es nicht mehr. Sicherlich habe ich ein besseres mathematisches Verständnis als die meisten, aber ich ertappe mich, wie ich nur allzugern einen Bogen darum mache. Zum Glück ist im realen Leben meist nur etwas Statistik gefragt, maximal noch ein bischen Optimierung mit Matrizenrechnung oder man greift ausnahmsweise auf etwas Berechungstheorie zurück, um einem Kunden den exponentiellen Aufwand der erhofften Softwarelösung aufzuzeigen. Dinge jedoch wie Formale Logik zum Programmbeweis, also "rocket science" wofür ich mich weithin interessiert, das ist in der Realität doch nie gefordert worden - Simulation Paralleler Systeme und Model Checking funktioniert dann doch etwas anders und ist ja auch viel praktischer.
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