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2005-03-10
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Familienname und Burg DraheimDie genaue Bedeutung des Familiennamens Draheim ist ungeklärt. Sehr wahrscheinlich jedoch ist die Abkunftsbedeutung "von der Tempelburg Draheim". Der Ort neben der Burg heisst Alt-Draheim, auf polnisch Stare Drawsko. Dieser liegt in Westpommern, etwa 160km östlich von Stettin im Kreis Szczecineki bei Szczecinek (Neustettin). Mit dieser Annahme lässt sich weiteres nachverfolgen. Die ersten Berichte zu einer Burg gehen zurück in die Mitte des 14. Jahrhundert mit der Nennung einer Burg "Dahim", gegründet als Ordensverwaltung nachdem die Burg "Czaplinek" in polnische Hand fiel. Die Burg war steinern und auf einem quadratischen Grundriss von etwa 40x40m errichtet. Weiteres siehe "en.zamki.pl/o/miasto.php?idzamku=stare" des Portals draheim.zamki.pl. Der Ordenssitz wurde in den späteren Jahrhunderten schrittweise ausgebaut, sowohl unter wechselnder deutscher oder polnischer Hoheit. Seit 1657 unterstand die Burg durchgängig dem Kurfürsten von Brandenburg. Im Jahre 1758 brannte die Burg ab, verfiel in den folgenden Jahren, und wurde 1784 grossteils abgetragen zum Bau einer nahestehenden Kirche. Der Burgplatz wurde archäologisch 1963-1968 untersucht, und die freigelegten Reste der Ruine können heute von Touristen besichtigt werden. Zum Namen der BurgDer Name der Burg selbst kann nun wiederum untersucht werden. Die Burg liegt auf einer Landzunge zwischen Dratzigsee (poln. Drawsko) und Sarebensee. Sie wurden von den vordringenden Deutschen Orden gegründet. Horst Draheim vermutet den Namensursprung hier, als Ansiedlung des Johanniterordens Tragheim. In den folgenden Jahren verfestigte sich der Name Draheim in dem Bereich. Wurde der Landstrich noch lange Zeit als Land Tempelburg bezeichnet, kam zunehmend der Name Starostei Draheim in Verwendung. Viele Namen von Ortschaften und Flurnamen im Kreis tragen heute den Teil "Draheim" im Namen, darunter die Ortschaften "Alt-Draheim", die Siedlung "Neu Draheim" oder der Gutshof "Adlig Draheim". Die polnischen Bezeichnungen "Drahimska" sind vermutlich vom deutschen Namen "Draheim" abgeleitet. Dagegen finden sich in der Gegend ansonsten auch viele Namen mit dem Teil "Drawski". Die ähnliche mittelhochdeutsche Lautung könnte (wenn auch unwahrscheinlich) darauf führen, dass die Burg nach der Drawske benannt wurde, dem angrenzenden See und dessen Zufluss, der deutsch Dratzig genannt wird, und zusammengesetzt zu Dratzheim oder Drawsheim führen könnte. Allerdings sind jedoch Namen auf "-heim" eher im nordgermanischen Raum und nicht dem mitteldeutschen Sprachbrauch zu finden. Nimmt man einen Namen an, der wesentlich älter ist, so stösst man in Zeiten vor, in denen das Gebiet rein slawisch war. Eine Form der Übernahme eines wesentlich älteren Namens auf das Gebiet der Drawske/Dratzig muss daher weit hergeholt bleiben, so sehr die Namensableitung auch logisch klingt. Dramburger SeenlandschaftNeben Burg Draheim gibt es in der Gegend auch den Begriff Dramburg, der auch in Begriffen wie der Dramburger Seenplatte erscheint, der als deutsche Übersetzung der polnischen Bezeichnung Drawskower Seenplatte (Pojezierze Drawskie) erscheint - womit wir wieder in der Gegend von Alt-Draheim sind. Die Dramburger Seenplatte selbst ist Teil der Gemeinde Szczecinek (Neustettin), die im südlich-östlichen Teil der ehemaligen Woiwodschaft Koszalin liegt. Die Fläche der Gemeinde beträgt 510 km², die Einwohnerzahl 10 350. In der Gemeinde gibt es ca. 40 Seen mit einer Gesamtoberfläche von 44 km². Bei Dramburg muss man aufpassen, da es weitere Gegenden mit dieser Bezeichnung gibt, unter anderem finden sich Heimatgruppen zu einer Stadt und Landkreis Dramburg - also Vertriebenenverbände. Dramburg ( Drawsko Pomorskie) liegt dabei im Landkreis Drawski, der an den Landkreis Neustettin der Dramburger Seenplatte grenzt. Im Powiat Drawski gibt es heute auch eine Stadt Czaplinek mit dem deutschen Namen Tempelburg. Die Dramburger Seenplatte selbst liegt im Dreieck zwischen Bad Polzin im Norden, Neustettin im Osten und Dramburg im Westen. | ||||||