Modellierung 200812. bis 14. März - Berlin |
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Das Industrieforum bietet die Gelegenheit, unbeachtet wissenschaftlicher Kriterien über die industrielle Anwendung und Umsetzung von Modellierungskonzepten, -techniken und -werkzeugen, den daraus gewonnenen Erfahrungen sowie insbesondere über aktuelle Probleme und Lösungsansätze zu berichten und sich auszutauschen. Einreichungen können in Textform oder als Foliensammlungen vorgenommen werden und werden durch die Industrieforum-Vorsitzenden ausgewählt.
Modellgetriebene Entwicklung – Hype oder Paradigma?
Aktuelle Schlagworte wie Modellgetriebene Architektur (MDA) oder Modellbasierte Softwareentwicklung (MBSE) erwecken den Eindruck, die Informatik und insbesondere die Softwareindustrie habe erst jetzt den Einsatz von Modellen in der Software- und Systementwicklung entdeckt. Tatsächlich kann man jedoch kaum von einem grundsätzlichen Paradigmenwechsel sprechen: Der Einsatz von Mathematik und Logik zur Modellierung von Daten und ihrer Verarbeitung ist von Anfang an fester Bestandteil der Grundlagen der Informatik. Und auch in der Softwareentwicklung ist die Bedeutung von Modellen über den Code hinaus – gerade für die Erstellung von Systemen im industriellen Maßstab – nicht erst seit der Definition von Entity-Relationship-Modellen (E/R) 1976 durch Peter Cheng oder der Einführung von Datenflussmodellen in der Strukturierten Analyse (SA) 1978 von Tom DeMarco unumstritten.
Trotzdem ist modellbasierte Softwareentwicklung mehr als nur ein Hype. Tatsächlich ist gerade in der industriellen Anwendung ein verstärkter Trend hin zur umfassenderen und konsequenteren Anwendung von Modellen feststellbar:
Damit werden Modelle – wie in diesem Symposium demonstriert – zunehmend zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Faktor in der Softwareentwicklung:
Trotz der erzielten Erfolge in der industriellen Anwendung von und mit Modellen ist deren volles Potenzial im Entwicklungsprozess bei weitem nicht ausgeschöpft. Aktuelle Entwicklungen wie die automatische Verifikation von Modellen oder die automatische Testfallgenerierung zeigen hier zukünftige Möglichkeiten auf. Darüber hinaus eröffnen sich aber durch deren steigenden Einsatz im industriellen Maßstab auch neue Problemfelder, unter anderem hinsichtlich der Evolution, Versionierung und Wiederverwendung
von Modellen.
Damit ist für die Etablierung der ingenieurmäßigen Softwareentwicklung gerade die Modellierung als Querschnitts- und Kernfeld der Informatik im engen Austausch zwischen Industrie und Forschung von entscheidender Bedeutung. Um diesen Austausch auch im Rahmen der Modellierung 2008 zu ermöglichen, wurde daher zum zweiten Mal das Industriesymposium eingerichtet, mit dem ausdrücklichen Ziel
Um Industrieteilnehmern die Teilnahme mit einem eigenen Beitrag an der Konferenz zu vereinfachen, wurde als Alternative zur regulären Einreichung als Konferenzartikel auch die Einreichung als Kurzfassung oder in Form eines Foliensatzes zur Begutachtung ermöglicht. Wie das Spektrum der eingegangen Einreichungen, der acht ausgewählten und auch der beiden davon abgedruckten Beiträge zeigt, spiegelt sich der allgemeine Trend der Professionalisierung der modellbasierten Entwicklung in der industriellen Anwendung in allen drei Feldern – der Reduktion der Systemkomplexität, der Steigerung der Entwicklungseffizienz, sowie der Verbesserung der Produktqualität – wider. Die Entwicklung von Modellen und deren Anwendung ist kein bloßer Hype, sondern Teil der industriellen Softwareentwicklung.
| Block 1: Erfahrungen und Best Practices | |||
| 14:30 | Jürgen Müller | Carmeq | Modellbasierte Entwicklung eines Fahrassistenzsystems: Ein Praxisbericht |
| 15:00 | Stefan Mandl | IBM | Patternbasierte Entwicklung in der Praxis |
| 15:30 | Peter Tabeling | InterVista | Modelle für Nichtmodellierer: Einsatz von Modellen im frühen Kundenkontakt |
| 16:00 | Klaus Berger | 4soft | Unternehmensweite Objektmodellierung mit der UML |
| Kaffeepause | |||
| Block 2: Technologien und Methoden | |||
| 17:00 | Marc Born | IKV | Models in Production |
| 17:30 | Oscar Slotosch | Validas | Testautomatisierung mit MSCs |
| 18:00 | Daniel Heckmann | IBM | Web Service Modellierung und Entwickling mit Rational Werkzeugen |
| 18:30 | Dehla Sokenou | Gebit | Modellierung von Anforderungen |
Bernhard Schätz, Technische Universität München
Modellierung 2008 | Kontakt | zuletzt geändert am 11.03.2008