Ringvorlesung „Schwerpunkte der Informatik“:
Themen der Informatik im historischen Kontext
Zusammenfassungen
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50 Jahre modellbasierter Entwurf: Vom Modellieren
mit Programmen zum Programmieren mit Modellen
Prof. Dr. Wolfgang Reisig
Von Beginn an wurden in der Informatik Systeme modelliert; zunächst
informell, mit Pseudocode oder mit Programmen. Im Laufe von fast 50
Jahren wurde das Modellieren zentraler Bestandteil des Systementwurfs;
in der industriellen Praxis derzeit beispielsweise häufig auf der Basis
der UML.
In der Vorlesung wird die Entwicklung einer Reihe verschiedener Modellierungstechniken
nachgezeichnet, insbesondere Techniken für verteilte und reaktive Systeme.
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A Road to NOMADS (Networks of Mobile, Adaptive
Dependable Systems) - A Perspective on Distributed Computing
Prof.
Dr. Miroslaw Malek
A personal perspective on parallel/distributed computing is
presented followed by review of major challenges and developments in
theory and practice. Distributed systems, fueled by progress in
electronic technology, algorithms and architectures, impact the way
we live and work. Capturing the essence of such systems is important
not only for computer scientists but mainly for the society. This
leads us to the notion of networks of systems and, when enriched by
certain properties, we call it the NOMADS Republic.
The NOMADS Republic is the largest nation on earth. It boasts
several billions of citizens already, and depending on how one
counts, its population may grow from 20 billion to about a trillion
citizens at the end of this decade. The NOMADS Republic has no
borders and its growth cannot be stopped. Anyone or anything who/that
has an ID, be it a passport or a telephone number, an IP address or
a product number, when connected, may become a citizen of the NOMADS
Republic such as the people, the infrastructure and embedded systems
(sensors and actuators including electromechanical systems such as
robots).
The goal of NOMADS (Networks Of Mobile Adaptive Dependable
Systems) infrastructure is to provide low cost, dependable and
adaptive connectivity to support mobility, billing and other basic
functionality and services desired by clients and service providers
including services composability. The NOMADS infrastructure is
ubiquitous but rarely pervasive, it is autonomic and proactive and
supports humans without technological aggression, trying to hide or
embed technical aspects. The ease-of-use is also one of the key
goals.
Furthermore, the presentation includes a concept of the NOMADS
Republic, its societal model, a description of the architecture of
NOMADS infrastructure and state-of-the-art developments (e.g.,
“Magic Map”).
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Data Everywhere - der lange Weg von
Datenansammlungen zu Datenbanksystemen
Prof.
Johann-Christoph Freytag, Ph.D.
Daten standen schon vor der Nutzung elektronischer Geräte im
Vordergrund vieler (manueller und semi-automatischer) Verfahren.
Doch selbst mit der Einführung des Rechners vergingen noch viele
Jahre ehe bessere Formen und Ansätze zur Datenverwaltung entwickelt
und gefunden wurden. Der in akademischen Kreisen wohl bekannteste
Ansatz ist das von E.F. Codd entwickelte Relationale Modell aus dem
Jahre 1970.
Mit diesem Vortrag sollen bisherige Entwicklung der Daten und
Datenbankbereich dargestellt, nachvollzogen und bewertet werden.
Diese Bewertung soll deutlich machen, was bisher erreicht wurde und
weshalb aus akademischer und industrieller Sicht bisherige
Entwicklungen im Datenbankbereich noch nicht das Ende bedeuten. Auch
soll der Frage nachgegangen werden, weshalb sich nicht jeder
heutzutage moderner Datenbanktechnologie bedient bzw. welche
Defizite heute noch existieren.
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Die Entwicklung der Spielprogrammierung:
Von John von Neumann bis zu den hochparallelen Schachmaschinen
Prof.
Dr. Alexander Reinefeld
Spielen erfordert Kreativität, Intelligenz und geschickte Planung
– Eigenschaften, die man seit jeher der Maschine beizubringen
versuchte. Bereits im 18. Jahrhundert stellte Baron von Kempelen dem
staunenden Publikum eine Schachmaschine vor, die sich allerdings
bald als trickreich getarnter Türke (daher „getürkt“) erwies. Die
erste echte, funktionsfähige Schachmaschine hat dagegen der
spanische Ingenieur Torres y Quevedo um 1890 erfunden: Sie konnte
immerhin schon einfache KRK-Endspiele (König und Turm gegen König)
bewältigen.
Die mathematisch-theoretischen Grundlagen für die
Spielprogrammierung hat zweifellos John von Neumann mit seinem im
Jahr 1928 in deutscher Sprache erschienenen Beitrag „Zur Theorie der
Gesellschaftsspiele“ gelegt, den er später zusammen mit Oskar
Morgenstern zu dem epochalen Werk „The Theory of Games and Economic
Behavior“ (1944) ausbaute. Basierend auf dem darin beschriebenen
Minimax-Theorem haben sich viele berühmte Informatiker in der
Spielprogrammierung versucht: Claude Shannon, Alan Turing, Konrad
Zuse, A.L. Samuel, Adriaan de Groot, Mikhail Botvinnik, John
McCarthy, Dan Slate, Larry Atkin, A.G. Bell, Hans Berliner, Monroe
Newborn, Tony Marsland, Jonathan Schaeffer und Feng-hsiung Hsu, um
nur einige zu nennen.
Mittlerweile ist die Weltmeisterschaft im Dame-Spiel klar
zugunsten eines Computerprogramms (Chinook) entschieden, und auch im
Schachspiel wurde der menschliche Weltmeister bereits von der
Maschine geschlagen. Zwei Faktoren haben dies begünstigt: die bis
dato andauernde exponentielle Beschleunigung der Computer-Hardware
und die sukzessive Verbesserung der Baumsuchalgorithmen.
Abwertend wird manchmal von „Brute Force“-Suche gesprochen. Dass
die Baumsuche jedoch gar nichts mit roher, dumpfer Gewalt gemein
hat, werden wir in unserem Vortrag zeigen. Von den HörerInnen
erwarten wir, dass sie Kenntnisse in einer höheren
Programmiersprache sowie Einfühlungsvermögen für die Ästhetik
rekursiver Algorithmen mitbringen.
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Softwarequalität – Geschichte und Trends
Prof.
Dr. Bernd-Holger Schlingloff
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Kryptographie zwischen Goldkäfer und Primzahlen
Prof.
Dr. Ernst-Günter Giessmann
Kryptographie ist die Wissenschaft, in der die verschiedenen
Mechanismen zum Schutz von Informationen vor unberufenem Mitlesen,
böswilliger und zufälliger Verfälschung oder der Veränderung des
Adressaten und des Absenders entwickelt und analysiert werden.
Die Vorlesung beginnt mit der magischen Zahl 4069285, die
übrigens "hlimbea" bedeutet und deren Primfaktoren 5 und 11 sofort
zu erkennen sind. Die beiden Faktoren des Restes 73987 sind schon
etwas schwieriger zu finden. Wie man das macht und was das Ganze mit
Kryptographie zu tun hat, wird im Vortrag erläutert.
Prof.
Dr. Beate Meffert
Maschinen, die in der Lage sind, Signale oder Muster aus der
Umwelt aufzunehmen und zu verarbeiten, gibt es erst seit einigen
Jahrzehnten. Ihre Leistungsfähigkeit hat sich ständig gesteigert.
Heute können Maschinen nicht nur sehen oder hören, sondern auch
riechen oder schmecken. Es liegt nahe, ihre Leistungsfähigkeit mit
der von Menschen zu vergleichen. Die Vorlesung präsentiert Beispiele
aus Vergangenheit und Gegenwart.
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Geschichte der KI in Deutschland
Prof.
Dr. Jörg H. Siekmann
In diesem Vortrag und dem zugrunde liegenden Paper versuche ich
die Geschichte eines typischen Hochtechnologie-Faches am Beispiel
der Künstlichen Intelligenz nachzuzeichnen.
Die KI ist – nach anfänglichen Schwierigkeiten in den 60er und 70
er Jahren – in Deutschland extrem gut gefördert worden, und
entsprechend ausführlich ist diese Förderung, nicht zuletzt auch
unter dem Gesichtspunkt des wirtschaftlichen Erfolges, evaluiert
worden. Ich versuche den Aufbau dieses Gebietes in ein
Fünf-Phasen-Modell zu gliedern.
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Geschichte der Betriebssysteme
Prof.
Dr. Jens-Peter Redlich
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